Entschuldigung, mein Hirn ist explodiert

Und die schöne weiße Wand ist eingesaut. Aber egal!

Ich freue mich auf mein neues hirnloses Leben! Ist es nicht das, was wir alle wollen? Nehmt uns die Verantwortung, nehmt uns das Leiden, nehmt uns die Fragen, nehmt uns den Stress.

Lasst uns schlafen. Lasst uns arbeiten. Lasst uns tun, was wir tun müssen/sollen/wollen ohne diese belastende Content-Maschine, die ständig nörgelt, alles in Frage stellt, so unfassbar ängstlich ist und immerzu kritisiert.

Das einzige Organ, was ich spenden möchte, ist mein Gehirn. Das bitte als Postkarte! Danke.

Sinnlosigkeiten aller Art

Also gut. Ich werde meine Blockade ignorieren und trotzdem schreiben. Ich werde sinnlose Sachen von mir geben und ich werde keinerlei Logik folgen. Ich werde über Bücherwürmer schreiben, über Holzkisten und Segelschiffe, die scheinbar in keinerlei Zusammenhang stehen. Ich werde Pfannenwender, Bratensaft und Klosteine miteinander verbinden und es ist mir egal, wenn daraus nur zusammenhangslose Klötzchen entstehen.

Um kreativ zu sein, muss ich scheinbar widersinnige Gedanken miteinander in Einklang bringen. Und es geht im Moment ausschließlich darum, möglichst kreativ zu sein und Sinnlosigkeiten aller Art zu produzieren. Daraus muss auch nichts neuartiges und niedagewesenes entstehen. Daraus muss überhaupt nichts entstehen, es kann ruhig in suppenartiger Konsistenz vor sich herschwappen.

Ja, ein paar Bilder vor dem geistigen Auge wären schön, doch wohin sollte man blicken, wenn der ganze Kopf voller Sorgen und Kummer ist? Es gelingt mir einfach nicht, mein missratenes Leben zu lieben und auch wenn ich mir noch so oft vornehme, nicht zu jammern, bin ich doch einfach zutiefst unzufrieden und möchte nicht akzeptieren, was doch eine Notwendigkeit zu sein scheint.

Ich hoffe sehr, dass in zwei Jahren alles besser sein wird und ich über diese hausgemachte Verzweiflung lachen kann. Momentan gelingt es mir aber nicht, die Brille der Notwendigkeit abzusetzen. Es gäbe Möglichkeiten. Es gäbe Auswege. Aber ich habe zu große Angst vom Regen in die Traufe zu kommen, denn die grundlegende Notwendigkeit bleibt bestehen und lässt sich nicht ausblenden.

Vor allem habe ich in den letzten Jahren sehr schlechte Erfahrungen mit weitreichenden Entscheidungen gemacht. Alles, für das ich mich entschieden habe, hat mein Leben letzten Endes nur schlechter gemacht, statt besser. Die momentane Situation kam anstrengungslos in mein Haus geflattert und vielleicht ist es eine Einladung des Universums einfach mal zuzugreifen, anstatt mich krampfhaft um eigene Lösungen bemühen zu müssen.

Und das tue ich. Ich nehme dankbar an, was in mein Leben tritt und gehe Verantwortung ein. Bald schon wird alles ganz anders sein und alles wird besser werden!