Der Beitrag einer heldenhaften Ameise zur seelischen Gesundheit der Welt

Ich bin eine kleine Kreatur mit einer unbedeutenden Existenz. Eine Ameise unter vielen, die ums Überleben kämpfen. Klar kann ich behaupten, ich wäre ein Superbösewicht, doch ohne den neuen X-Men gesehen zu haben, fehlt mir da zur Zeit noch der zeitgenössische Bezug. Ich kann ruhig zugeben, dass ich meine Bio vom letzten X-Men abgekupfert habe. Weil ich die Idee alle Atombomben ins All zu schießen so schön fand. Auch wenn es der Film natürlich ganz anders gemeint hat.

Das ist das Konzept für diesen Blog: Momentaufnahmen meiner Gedanken liefern. Ein Beitrag zur Psychohygiene und seelischen Gesundheit. Wenn ich meine Gedanken nicht in Stein meißele, werden sie im Nichts aufgehen und das wäre doch schade. Ich denke schon, dass ich der Welt etwas wertvolles liefern kann, scheitere aber zur Zeit noch an meinen eigenen qualitativen Ansprüchen. Doch das wird besser werden.

Lange habe ich nicht geübt und bin jetzt wieder voll drin. Es wäre natürlich einfacher ein stringentes Werk zu präsentieren, wenn ich über ein festes Thema schreiben würde, an dem ich mich auslassen könnte. Die Lebensphase der Hausarbeiten ist aber vorbei und Journalistin bin ich schließlich auch nicht geworden. Was vielleicht ganz gut ist, da diese Branche immer noch am Sterben ist.

Und doch brauchen wir Menschen, die ihre Gedanken teilen. Sonst fühlen wir uns allein mit unseren Nöten in diesem massiv überbevölkerten Ameisenhaufen. Vielleicht wäre es für die seelische Gesundheit gut an einen Ort zu ziehen, der etwas mehr Raum für das Schweifen der Gedanken ließe. An einem Strand philosophiert es sich besser als in der überfüllten S-Bahn. Dort, wo Menschen aufeinanderprallen entstehen Konflikte und somit Stress.

Das beginnt schon bei einfachen Blicken, die Irritation erzeugen können. Schaut man hin, guckt man weg, sprich mich nicht an, ich fürchte mich und doch ist die seelische Not, die durch Einsamkeit erzeugt ist, heute größer denn je. Darum habe ich mein Sozialleben zur obersten Priorität gemacht. Für die seelische Gesundheit. Gemeinschaftsgefühl ist so wichtig. Babies, die keine Liebe bekommen, sterben – warum sollte das bei Erwachsenen anders sein?

Jeder ist selbst dafür verantwortlich. Niemand kann dir die Bürde abnehmen, deine zwischenmenschlichen Bindungen in den Griff zu bekommen und gewinnbringende Beziehungen zu führen. Schon die kleinste Freundlichkeit kann so einen Unterschied machen, sie kann aber auch totale Frustration sein, wenn das Gegenüber sie als selbstverständlich ansieht (um sich hinterher über die Schlechtigkeit der Menschen auszulassen).

Niemand schuldet dir etwas. Niemand wird für immer bei dir bleiben. Das sind Fakten, mit denen man sich abfinden muss und die auch eine Befreiung sein können. Wie und warum muss jede/r für sich selbst herausfinden.

Hallo Welt: Ein Held wird erwachsen und bleibt der Nachwelt gedanklich erhalten

Nachdem ich es geschafft habe, meine alten Blogbeiträge zu zerstören, ist es nun an der Zeit für ein neues Blog an einem Ort, an dem ich nichts kaputt machen kann. Wenn man ein antiker Superbösewicht ist, kann es schon mal passieren, dass so ein Server das Zeitliche segnet. Es war ein tragischer Unfall, wenn auch schon zum zweiten Mal.

Ein Neuanfang ist daher das Mittel der Wahl. Ich trauere dem Verlust nicht hinterher. Es war zwar Großartiges dabei, aber auch viel Gedankenmüll und es ist vielleicht besser, wenn manche Erinnerungen dem Zahn der Zeit zum Opfer fallen. Da ich aber auch jemand bin, der gerne Archive anwachsen sieht, mache ich einfach weiter, als ob nichts geschehen wäre.

Der Neuanfang erstreckt sich nicht nur auf das Bloggen, sondern betrifft mein Leben im Allgemeinen, wenn ich so darüber nachdenke. Ich habe erstmals eine Vollzeitbeschäftigung aufgenommen und gehöre nun der Erwachsenenwelt an. Superhelden brauchen vielleicht länger um erwachsen zu werden, aber irgendwann ist es auch bei uns so weit.

Diese Worte möchte ich als „Hallo Welt“ in den Raum stellen und zukünftig vorbildlich jedes Wochenende von meinen Abenteuern berichten. Die meisten dieser Abenteuer werden nur in meinem Kopf stattfinden, aber wir wissen ja mittlerweile, dass sie deswegen nicht weniger real sind.

Mehr möchte ich zu diesem Zeitpunkt über meine besonderen Fähigkeiten nicht offenbaren. Die geneigte Leserschaft darf sich ihrer Fantasie bedienen und mit Spannung verfolgen, wie dieses Gedankenblog sich zukünftig entwickelt. Ich bin zwar ein Fan von Plänen und Plots werde mich aber hier von der Spontanität des Moments leiten lassen. Gedankenergüsse lassen sich nicht planen. Ob sie literarisch wertvoll sind, sollen Andere beurteilen.

Mir kommt es darauf an, mich um mein schriftstellerisches Talent zu kümmern und ihm ein paar weiße Seiten zur Verfügung zu stellen, mit denen es spielen kann. Wenn von 10 Texten einer gut ist oder auch nur Auszüge davon, wird mich das mit Dankbarkeit erfüllen und meinem Ehrgeiz vielleicht neue Gipfel bieten.

Ich träume davon, dass die Nachwelt meine Worte zu schätzen weiß, so wie ich die vielen Äußerungen früherer Autoren in mich aufgesogen habe. Ob eine Geschichte dabei herauskommt, ein Sachtext oder gar etwas Philosophisches, ist mir ganz egal. Die Grenzen sind ohnehin fließend.

Man hat mich überzeugt, dass man mit einem selbstreferentiellen Blog nicht berühmt werden kann. Ein Bedürfnis muss man erfüllen und eine Nische finden, in der man Mehrwert produzieren kann. Mehrwert habe ich aber nicht zu bieten. Schon allein deswegen nicht, weil ich mich weigere, meinem Geist Grenzen aufzuerlegen. Das ist vielleicht zu viel für einige, zu konfus für andere und zu langweilig für die allermeisten. Wir werden sehen.