Sinnlosigkeiten aller Art

Also gut. Ich werde meine Blockade ignorieren und trotzdem schreiben. Ich werde sinnlose Sachen von mir geben und ich werde keinerlei Logik folgen. Ich werde über Bücherwürmer schreiben, über Holzkisten und Segelschiffe, die scheinbar in keinerlei Zusammenhang stehen. Ich werde Pfannenwender, Bratensaft und Klosteine miteinander verbinden und es ist mir egal, wenn daraus nur zusammenhangslose Klötzchen entstehen.

Um kreativ zu sein, muss ich scheinbar widersinnige Gedanken miteinander in Einklang bringen. Und es geht im Moment ausschließlich darum, möglichst kreativ zu sein und Sinnlosigkeiten aller Art zu produzieren. Daraus muss auch nichts neuartiges und niedagewesenes entstehen. Daraus muss überhaupt nichts entstehen, es kann ruhig in suppenartiger Konsistenz vor sich herschwappen.

Ja, ein paar Bilder vor dem geistigen Auge wären schön, doch wohin sollte man blicken, wenn der ganze Kopf voller Sorgen und Kummer ist? Es gelingt mir einfach nicht, mein missratenes Leben zu lieben und auch wenn ich mir noch so oft vornehme, nicht zu jammern, bin ich doch einfach zutiefst unzufrieden und möchte nicht akzeptieren, was doch eine Notwendigkeit zu sein scheint.

Ich hoffe sehr, dass in zwei Jahren alles besser sein wird und ich über diese hausgemachte Verzweiflung lachen kann. Momentan gelingt es mir aber nicht, die Brille der Notwendigkeit abzusetzen. Es gäbe Möglichkeiten. Es gäbe Auswege. Aber ich habe zu große Angst vom Regen in die Traufe zu kommen, denn die grundlegende Notwendigkeit bleibt bestehen und lässt sich nicht ausblenden.

Vor allem habe ich in den letzten Jahren sehr schlechte Erfahrungen mit weitreichenden Entscheidungen gemacht. Alles, für das ich mich entschieden habe, hat mein Leben letzten Endes nur schlechter gemacht, statt besser. Die momentane Situation kam anstrengungslos in mein Haus geflattert und vielleicht ist es eine Einladung des Universums einfach mal zuzugreifen, anstatt mich krampfhaft um eigene Lösungen bemühen zu müssen.

Und das tue ich. Ich nehme dankbar an, was in mein Leben tritt und gehe Verantwortung ein. Bald schon wird alles ganz anders sein und alles wird besser werden!

Internettagebücher

Ich möchte hier nicht nur über das Schreiben schreiben, aber ich möchte auch nicht zu persönlich werden. Je weniger persönlich meine Texte sind, desto uninteressanter sind sie jedoch. Es wäre schön, ein Thema zu haben, zum Beispiel ein Nachhaltigkeitsblog auf dem ich meine Fortschritte in dieser Richtung dokumentiere. Nur habe ich auf so ein Blog keinen Bock.

Die Zeiten, in denen man mit Internettagebüchern virtuelle Freunde finden konnte, sind wohl vorbei. Ich habe sie noch erlebt. Als Teenager habe ich anonym meine Probleme mit der Welt geteilt und Zuspruch bekommen. Heutzutage sind alle Blogs durchprofessionalisiert und folgen der Verwertungslogik. Was wirklich schade ist.

Hinzu kommt, dass ich andere Wege gefunden habe, mit meinem Kummer umzugehen. Ich behalte ihn nun mehr für mich. Schreibe ihn in mein privates Tagebuch, wo kein Auge ihn jemals sehen wird. Ich wünsche mir wieder eine private WordPressinstallation zu haben, wo ich richtig Scheibe spielen kann. Nach dem Verlust meiner letzten Installation scheint dies jedoch kein sicherer Ort für meine Daten. Also schreibe ich weiterhin ins Internet, wenn auch eher unregelmäßig.

Da ich aber nicht über meine Probleme rumlamentieren will, weiß ich auch nicht so recht, was ich sagen soll. Ein Ort für Gedankenmüll sollte dies sein. Nur wird der Gedankenmüll in meinem Kopf immer weniger. Ich bin zu viel mit anderen Dingen beschäftigt. Die tägliche Erwerbstätigkeitsmaschinerie lenkt mich ab und hindert mich daran zu versumpfen. Es hat also doch Vorteile dieses Hamsterrad.

Ausleben und entfalten kann ich mich zwar nicht, aber ich bin doch zumindestens beschäftigt und kann mich nicht mit meinen Jammereien befassen. Zufrieden bin ich mit meinem Leben wirklich nicht, aber was solls? Es könnte alles so viel schlimmer sein.