Bilanz und Vorfreude

Schon 4 Wochen bin ich eingesperrt und ich habe mich selten besser gefühlt. Klar leidet die Figur darunter, aber die leidet auch, wenn ich im Büro vorm Rechner sitze und jeden Tag in der Kantine esse. Also alles wie immer, könnte man meinen.

Tatsächlich fühle ich mich zu Hause viel besser, sicherer und freier, als an irgendeinem anderen Ort. Das macht mich auch selbstsicherer im beruflichen Kontext.

Dadurch dass ich mir den Arbeitsweg spare, gewinne ich Zeit, die ich in meinen Haushalt und meine Ernährung investieren kann. Nur weil ich bisher jeden Tag Nudeln gegessen habe, heißt das nicht, dass es so bleiben muss. Ich werde sicher schon bald wieder von einer Motivationswelle getroffen, die meine Ernährung auf Gemüse umlenken will. Am Horizont sehe ich sie schon.

Jetzt habe ich erst einmal Urlaub und muss mir über IT-Support keine Gedanken machen. Möchte man meinen. Natürlich wollen trotzdem alle Leute in meinem Umfeld meine Expertise in Anspruch nehmen und es freut mich, dass ich gewisse Dinge weiß und hinkriege. Nach knapp einem Jahr habe ich mir auch im Unternehmen so langsam einen Namen gemacht und werde als Fachkraft geschätzt.

Die nächsten zwei Wochen Urlaub möchte ich meinem Hobby widmen: dem Schreiben. Dabei artet das so langsam auch schon in Zwang aus. Ich möchte jede Woche einen Blogpost veröffentlichen und eine Geschichte auf Wattpad. Außerdem muss ich täglich meinen Schreibkurs beackern, ich hinke schrecklich hinterher!

Wenn man so viel Zeit zu Hause verbringt, passiert es schnell, dass der Abwasch sich türmt. Außerdem muss ich jeden Tag kochen, was schön ist und Spaß macht, aber auch Zeit erfordert. Meine Gerichte teile ich auf Instagram und vielleicht auch bald wieder in meinem alten Kochblog. Mal sehen.

Auf jeden Fall freue ich mich auf den Urlaub und hoffe, dass ich schon bald Fortschritte präsentieren kann. Ich hatte mir eh vorgenommen, viel Zeit zu Hause zu verbringen. Insofern trifft mich die Krise nicht so hart, wie manch Anderen. Ich freue mich über neue Follower und will meinen Twitter-Account ausbauen.

In diesem Sinne freue ich mich auf die bevorstehenden zwei Wochen und wünsche allen schöne Feiertage.

Leichtigkeit, NaNoWriMo & Weihnachtsvorbereitung

Eigentlich sollte das hier kein Depressionsblog werden und doch häufen sich trübsinnige Gedanken. Vielleicht sollte ich das Layout etwas freudiger gestalten oder dieses Headerbild von der eingesperrten Katze austauschen. Dabei finde ich es eigentlich witzig.

Witzig sein, ist das Stichwort des Tages. Ich brauche mehr Spaß, Freude und Leichtigkeit in meinem Leben. Nur wie soll ich das mit der Berufstätigkeit vereinbaren? Oder mit der riesigen To-Do-Liste, die sich in wöchentlicher Regelmäßigkeit wiederholt? Ganz zu schweigen von der Ernsthaftigkeit, mit der ich mich in meine Projekte stürze.

Gerade habe ich mich wieder in einer Sache verbissen, sie heißt NaNoWriMo. Das Ziel ist es den dunklen Monat November zum Verfassen eines Romans zu verwenden. 50.000 Wörter soll man innerhalb eines Monats schreiben, das Tagesziel liegt demzufolge bei 1670 Wörtern. Muss ich sagen, dass ich weit davon entfernt bin, das zu schaffen?

Mein Pensum liegt zwischen 300 und 500 Wörtern pro Tag, aber immerhin schreibe ich regelmäßig und mache Fortschritte. Dafür fällt der Schreibkurs hinten über. Ich bin bei Lektion 6 von 7 und ich schaffe nur ganz wenig. Wenn ich in dem Tempo weiter mache, werde ich die Deadline vom 2. Dezember nicht einhalten können.

Aber zum Glück gibt es Wichtigeres als diese Deadline. Weihnachten steht vor der Tür und ich bin erstmals in der Lage mir Weihnachtsgeschenke leisten zu können, die diesen Namen verdienen. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich gezwungen war, mich in die Küche zu stellen und irgenwelche seltsamen Kreationen zu zaubern, die ich verschenken konnte.

Das einfachste, beste und billigste Weihnachtsgeschenk ist Karamellsirup. Zucker und Wasser braucht man dafür und ein bisschen Geschick. Kräuterbutter eignet sich auch gut zum Verschenken und ich bin froh, dass ich mich getraut habe, selbstgebrannte Mandeln zu machen. Das ist gar nicht so schwer und ziemlich lecker.

In diesem Jahr soll es aber Premium-Weihnachtsgeschenke geben. Daher beginne ich schon früh mit der Planung. Was es werden soll, weiß ich noch nicht, aber immerhin habe ich mir eine Liste gemacht. Ich habe das Gefühl, je älter man wird, desto schwieriger werden die Weihnachtsgeschenke. Schließlich haben die Leute schon alles und man weiß kaum, womit man sie noch erfreuen könnte.

Was ich mir selbst wünschen soll, weiß ich auch nicht so richtig. Ich war viel shoppen in der letzten Zeit und habe vor allem meinen Kleiderschrank, der ja größtenteils aus Second Hand Sachen bestand, etwas aufgestockt. Von den 15 Paar Hosen, die manche Kinder bei sich im Schrank haben, bin ich trotzdem meilenweit entfernt, aber man muss auch nicht jede Perversion mitmachen. Zumal ich tatsächlich auch gar keinen vernünftigen Kleiderschrank habe.

So läuft es also bei mir momentan. Ich bin eigentlich zufrieden und freue mich auf die kommenden Feiertage. Ich könnte natürlich darüber jammern, dass es so dunkel ist, aber was würde das bringen? Meinem Roman ist es de facto egal, ob er im Hellen oder im Dunkeln geschrieben wird. Mir aber nicht. Ich schreibe morgens. Abends bin ich zu knülle und kriege mich nicht motiviert.

Der ultimative Masterplan | Das Wachsen des Ideenbaums

Es ist so, dass ich etwas schreiben möchte. Aber ich weiß nicht was. Es sollte eine nie dagewesene Story werden, die der Leser nicht mehr aus der Hand legen kann. Das ist das große Ziel. Der Masterplan quasi. Ich weiß aber auch, dass ich auf diesem Weg noch viele Schritte gehen muss und wahrscheinlich auch Hindernisse zu überwinden sind.

Ich beginne damit einen Schreibkurs zu machen. Mein erstes Romanprojekt stelle ich hinten an, da ich es nicht mehr sehen mag. Ich habe es für schlecht befunden. Es ist zu realistisch und ich selbst würde so ein Buch nicht lesen wollen. Ich behalte es aber im Hinterkopf, werde es gelegentlich gießen und darauf hoffen, dass es irgendwann austreibt.

Jetzt widme ich mich erst einmal der Verfeinerung meiner Fähigkeiten. Die erste Lektion ist abgeschlossen, die zweite wartet schon auf mich und ich kann es kaum erwarten, endlich mit ihr durchzustarten. Es geht um Ideenfindung. Das ist gerade das, woran ich momentan strauchele.

Die Ideen fliegen durch meinen Kopf, wie ein Sternschnuppenschwarm und lassen sich nicht greifen. Ich weiß, dass sie da sind und gelegentlich ziehen sie auch an meinem Bewusstsein vorbei. Doch bekomme ich sie einfach nicht zu fassen. Es sind erst einmal einzelne Ideen, doch lässt man sich auf deren Betrachtung ein, geht schon bald ein ganzer Schauer nieder.

So langsam nehmen einzelne Ideenstränge Form an, aber es ist immer noch viel zu vage, um ein ernsthaftes Projekt zu sein. Ich fürchte, ich werde mich noch sehr lange mit dieser halbgaren Form beschäftigen, aber das ist auch schön. Es macht Spaß, rumzuspinnen, Ideen zu sammeln und wieder zu verwerfen, in die Eine, dann in die Andere Richtung zu denken und dabei zu versuchen, etwas in eine Form zu gießen.

Eigentlich ist es eher wie Blumen gießen. Jeden Tag sprießt ein neuer Trieb. Ich bin fasziniert und berauscht zu gleich, sauge gierig alles in mich ein und versuche nicht den Überblick zu verlieren. Es ist schön, dass ich nun klar definierte Übungsaufgaben absolviere um in der Freizeit davon, den Geist schweifen lassen zu können und erstmal einfach nur Material anzuhäufen.

Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück

So viele angefangene Blogposts, die ich weder zu Ende bringen, noch veröffentlichen möchte. Zum aktuellen Zeitpunkt 11. Später werde ich sie mir vielleicht einen nach dem anderen voller Freude vornehmen und verfeiern können, wie eine gute Sauce, die man mit Sahne andickt. Vielleicht aber auch nicht. Schön, wenn meine Blogposts qualitativ hochwertiger werden, als der Senf, den so manch anderer seinem Essen hinzufügt. Aber ist das wahrscheinlich?

Ich habe in der letzten Woche versucht, mal wirklich frei eine Geschichte zu entwickeln, anstatt immer nur Durchschnittlichkeit wiederzukäuen. Warum nur wollte ich meine Protagonistin so normal wie möglich machen? Sie langweilt mich selbst tödlichst. Stattdessen habe ich meine Gedanken kreisen lassen und ihnen keinerlei Grenzen aufgesetzt. Ich sollte das wirklich öfter tun, anstatt mich auf vorgefertigte Produktionsmuster zu verlassen.

Das kommt davon, wenn man auf Schreibratgeber hört. Am Anfang der Geschichte muss eine unterentwickelte Persönlichkeit stehen, die im Laufe der Geschichte wachsen kann. Was aber, wenn meine Figur so langweilig ist, dass niemand sich für sie interessiert? Nicht mal ich selbst.

Ich fürchte, das Trial und Error Verfahren wird mich meinem Romanziel nur in Babyschritten näher bringen. Ich bin stolz auf meinen inneren Kritiker, der mich vor unzähligen Verfehlungen bewahrt. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich auch weiß, wie ich ihn zum Verstummen bringen kann. Nicht alles muss perfekt sein, darin bin ich mir mit ihm einig. Aber das, was ich präsentiere, soll bitte so gut wie möglich sein. Auch hierin sehe ich nichts Verwerfliches.

Also habe ich entschieden einen Schreibkurs zu machen. Ich brauche professionelle Anleitung, um mein Ziel erreichen zu können. Ich brauche Praxis, Feedback und einen geschützten Rahmen, in dem ich Fehler machen kann. Zeit habe ich für so ein Projekt eigentlich nicht. Mein Roman schreibt sich schließlich nicht von allein. Aber ich habe beschlossen, meine Prioritäten für eine Weile anders zu setzen.

12 Wochen geht der Grundlagenkurs und ich hoffe sehr, dass ich erstens schaffe dranzubleibe und zweitens viel daraus mitnehmen kann. Nach wie vor bin ich ein Amateur in kreativem Schreiben. Die Ratgeber, die ich gelesen habe, helfen mir nicht viel, da mir vor allem die Praxis fehlt.

Ich kann es nur wiederholen: Der erste Roman ist für die Tonne, der zweite ist für die Schublade und den dritten kann man vielleicht für irgendetwas gebrauchen. So muss ich also mindestens 3 Romane verfassen, ehe ich mir selbst Erfolg gönne.

Ich bin entschlossen, dieses Projekt durchzuziehen, koste es was es wolle. 6 Wochen habe ich investiert und das ist erst der Anfang. Drei Projekte begonnen – alle hängen jetzt in der Schwebe. Aber so ist es nunmal mit der Kreativität. 2 Schritte vor, ein Schritt zurück.