Meine neue Schreibroutine 2020

Es geht voran mit mir und meinem Roman. Ich habe eine neue Routine eingeführt, mit deren Hilfe ich diese Woche schon fast 2500 Wörter geschrieben habe. Das macht mich stolz und wenn ich mir meinen Text durchlese, bin ich auch stolz. Er weicht zwar in etlichen Punkten von meinem Plan ab, aber er macht trotzdem Spaß und das ist doch die Hauptsache.

Ich möchte das Schreiben in diesem Jahr gern zur Hauptpriorität in meinem Leben machen. Morgens schreiben und Nachmittags/Abends planen und Ideen sammeln. Ich beackere auch weiterhin den Grundlagenkurs, mit dem ich hoffentlich bald durch bin. Dann werde ich ab Februar mit dem Aufbaukurs weitermachen. Ich habe mir gestern noch einmal die Inhalte angeschaut und möchte ihn auf jeden Fall absolvieren. Auch wenn ich nicht weiß, wo ich das zeitlich noch einschieben kann.

Es ist ja immer schwer, sich nicht mit Anderen zu vergleichen. Andere schreiben pro Tag 1700 Wörter, ich schaffe nur zwischen 200 und 700. Andere schreiben in einem Monat 40000 Wörter, ich schaffe gerade mal 6000. Andere gehen Abends aus, ins Konzert, üben Violine oder machen Sport. Ich sitze zu Hause und erhole mich von meinem Alltag. Ich schaffe es auch im Urlaub nicht 2-4 Stunden zu schreiben.

Aber ich habe entschieden, mich deswegen nicht verrückt zu machen. Ich konzentriere mich ganz auf mich selbst und wenn ich heute mehr schreibe als gestern, freue ich mich. Wenn nicht, ist es auch egal. Wieviel ich schreibe, ist eigentlich nicht wesentlich. Hauptsache ich tue es. Wenn ich pro Tag nur 200 Wörter schreibe, sind das doch pro Woche fast 1500 und damit pro Monat 6000.
Das sind ungefähr 25 Seiten. In einem Jahr hätte ich dann 300 Seiten. So lässt sich selbst mit dem absoluten Minimum etwas anfangen, wenn man es nur konsequent durchzieht.

Vielleicht sollte ich meinen monatlichen Rekord dokumentieren. Wenn ich meine Routine beibehalte, werde ich vielleicht nach und nach mehr schreiben. Zumindest erhoffe ich mir das. Jetzt schreibe ich noch wenig, aber bald schreibe ich schon viel mehr. Das hat bereits in dieser ersten Woche funktioniert. Zu Beginn schaffte ich keine 300 Wörter und in den letzten beiden Tagen waren es schon mehr als 700 pro Tag.

Jetzt habe ich auch facebook-Freunde, mit denen ich mich inhaltlich über meine Texte austauschen kann. So macht das Schreiben gleich doppelt Spaß und die Motivation steigt auch.

Leichtigkeit, NaNoWriMo & Weihnachtsvorbereitung

Eigentlich sollte das hier kein Depressionsblog werden und doch häufen sich trübsinnige Gedanken. Vielleicht sollte ich das Layout etwas freudiger gestalten oder dieses Headerbild von der eingesperrten Katze austauschen. Dabei finde ich es eigentlich witzig.

Witzig sein, ist das Stichwort des Tages. Ich brauche mehr Spaß, Freude und Leichtigkeit in meinem Leben. Nur wie soll ich das mit der Berufstätigkeit vereinbaren? Oder mit der riesigen To-Do-Liste, die sich in wöchentlicher Regelmäßigkeit wiederholt? Ganz zu schweigen von der Ernsthaftigkeit, mit der ich mich in meine Projekte stürze.

Gerade habe ich mich wieder in einer Sache verbissen, sie heißt NaNoWriMo. Das Ziel ist es den dunklen Monat November zum Verfassen eines Romans zu verwenden. 50.000 Wörter soll man innerhalb eines Monats schreiben, das Tagesziel liegt demzufolge bei 1670 Wörtern. Muss ich sagen, dass ich weit davon entfernt bin, das zu schaffen?

Mein Pensum liegt zwischen 300 und 500 Wörtern pro Tag, aber immerhin schreibe ich regelmäßig und mache Fortschritte. Dafür fällt der Schreibkurs hinten über. Ich bin bei Lektion 6 von 7 und ich schaffe nur ganz wenig. Wenn ich in dem Tempo weiter mache, werde ich die Deadline vom 2. Dezember nicht einhalten können.

Aber zum Glück gibt es Wichtigeres als diese Deadline. Weihnachten steht vor der Tür und ich bin erstmals in der Lage mir Weihnachtsgeschenke leisten zu können, die diesen Namen verdienen. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich gezwungen war, mich in die Küche zu stellen und irgenwelche seltsamen Kreationen zu zaubern, die ich verschenken konnte.

Das einfachste, beste und billigste Weihnachtsgeschenk ist Karamellsirup. Zucker und Wasser braucht man dafür und ein bisschen Geschick. Kräuterbutter eignet sich auch gut zum Verschenken und ich bin froh, dass ich mich getraut habe, selbstgebrannte Mandeln zu machen. Das ist gar nicht so schwer und ziemlich lecker.

In diesem Jahr soll es aber Premium-Weihnachtsgeschenke geben. Daher beginne ich schon früh mit der Planung. Was es werden soll, weiß ich noch nicht, aber immerhin habe ich mir eine Liste gemacht. Ich habe das Gefühl, je älter man wird, desto schwieriger werden die Weihnachtsgeschenke. Schließlich haben die Leute schon alles und man weiß kaum, womit man sie noch erfreuen könnte.

Was ich mir selbst wünschen soll, weiß ich auch nicht so richtig. Ich war viel shoppen in der letzten Zeit und habe vor allem meinen Kleiderschrank, der ja größtenteils aus Second Hand Sachen bestand, etwas aufgestockt. Von den 15 Paar Hosen, die manche Kinder bei sich im Schrank haben, bin ich trotzdem meilenweit entfernt, aber man muss auch nicht jede Perversion mitmachen. Zumal ich tatsächlich auch gar keinen vernünftigen Kleiderschrank habe.

So läuft es also bei mir momentan. Ich bin eigentlich zufrieden und freue mich auf die kommenden Feiertage. Ich könnte natürlich darüber jammern, dass es so dunkel ist, aber was würde das bringen? Meinem Roman ist es de facto egal, ob er im Hellen oder im Dunkeln geschrieben wird. Mir aber nicht. Ich schreibe morgens. Abends bin ich zu knülle und kriege mich nicht motiviert.

Der ultimative Masterplan | Das Wachsen des Ideenbaums

Es ist so, dass ich etwas schreiben möchte. Aber ich weiß nicht was. Es sollte eine nie dagewesene Story werden, die der Leser nicht mehr aus der Hand legen kann. Das ist das große Ziel. Der Masterplan quasi. Ich weiß aber auch, dass ich auf diesem Weg noch viele Schritte gehen muss und wahrscheinlich auch Hindernisse zu überwinden sind.

Ich beginne damit einen Schreibkurs zu machen. Mein erstes Romanprojekt stelle ich hinten an, da ich es nicht mehr sehen mag. Ich habe es für schlecht befunden. Es ist zu realistisch und ich selbst würde so ein Buch nicht lesen wollen. Ich behalte es aber im Hinterkopf, werde es gelegentlich gießen und darauf hoffen, dass es irgendwann austreibt.

Jetzt widme ich mich erst einmal der Verfeinerung meiner Fähigkeiten. Die erste Lektion ist abgeschlossen, die zweite wartet schon auf mich und ich kann es kaum erwarten, endlich mit ihr durchzustarten. Es geht um Ideenfindung. Das ist gerade das, woran ich momentan strauchele.

Die Ideen fliegen durch meinen Kopf, wie ein Sternschnuppenschwarm und lassen sich nicht greifen. Ich weiß, dass sie da sind und gelegentlich ziehen sie auch an meinem Bewusstsein vorbei. Doch bekomme ich sie einfach nicht zu fassen. Es sind erst einmal einzelne Ideen, doch lässt man sich auf deren Betrachtung ein, geht schon bald ein ganzer Schauer nieder.

So langsam nehmen einzelne Ideenstränge Form an, aber es ist immer noch viel zu vage, um ein ernsthaftes Projekt zu sein. Ich fürchte, ich werde mich noch sehr lange mit dieser halbgaren Form beschäftigen, aber das ist auch schön. Es macht Spaß, rumzuspinnen, Ideen zu sammeln und wieder zu verwerfen, in die Eine, dann in die Andere Richtung zu denken und dabei zu versuchen, etwas in eine Form zu gießen.

Eigentlich ist es eher wie Blumen gießen. Jeden Tag sprießt ein neuer Trieb. Ich bin fasziniert und berauscht zu gleich, sauge gierig alles in mich ein und versuche nicht den Überblick zu verlieren. Es ist schön, dass ich nun klar definierte Übungsaufgaben absolviere um in der Freizeit davon, den Geist schweifen lassen zu können und erstmal einfach nur Material anzuhäufen.

Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück

So viele angefangene Blogposts, die ich weder zu Ende bringen, noch veröffentlichen möchte. Zum aktuellen Zeitpunkt 11. Später werde ich sie mir vielleicht einen nach dem anderen voller Freude vornehmen und verfeiern können, wie eine gute Sauce, die man mit Sahne andickt. Vielleicht aber auch nicht. Schön, wenn meine Blogposts qualitativ hochwertiger werden, als der Senf, den so manch anderer seinem Essen hinzufügt. Aber ist das wahrscheinlich?

Ich habe in der letzten Woche versucht, mal wirklich frei eine Geschichte zu entwickeln, anstatt immer nur Durchschnittlichkeit wiederzukäuen. Warum nur wollte ich meine Protagonistin so normal wie möglich machen? Sie langweilt mich selbst tödlichst. Stattdessen habe ich meine Gedanken kreisen lassen und ihnen keinerlei Grenzen aufgesetzt. Ich sollte das wirklich öfter tun, anstatt mich auf vorgefertigte Produktionsmuster zu verlassen.

Das kommt davon, wenn man auf Schreibratgeber hört. Am Anfang der Geschichte muss eine unterentwickelte Persönlichkeit stehen, die im Laufe der Geschichte wachsen kann. Was aber, wenn meine Figur so langweilig ist, dass niemand sich für sie interessiert? Nicht mal ich selbst.

Ich fürchte, das Trial und Error Verfahren wird mich meinem Romanziel nur in Babyschritten näher bringen. Ich bin stolz auf meinen inneren Kritiker, der mich vor unzähligen Verfehlungen bewahrt. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich auch weiß, wie ich ihn zum Verstummen bringen kann. Nicht alles muss perfekt sein, darin bin ich mir mit ihm einig. Aber das, was ich präsentiere, soll bitte so gut wie möglich sein. Auch hierin sehe ich nichts Verwerfliches.

Also habe ich entschieden einen Schreibkurs zu machen. Ich brauche professionelle Anleitung, um mein Ziel erreichen zu können. Ich brauche Praxis, Feedback und einen geschützten Rahmen, in dem ich Fehler machen kann. Zeit habe ich für so ein Projekt eigentlich nicht. Mein Roman schreibt sich schließlich nicht von allein. Aber ich habe beschlossen, meine Prioritäten für eine Weile anders zu setzen.

12 Wochen geht der Grundlagenkurs und ich hoffe sehr, dass ich erstens schaffe dranzubleibe und zweitens viel daraus mitnehmen kann. Nach wie vor bin ich ein Amateur in kreativem Schreiben. Die Ratgeber, die ich gelesen habe, helfen mir nicht viel, da mir vor allem die Praxis fehlt.

Ich kann es nur wiederholen: Der erste Roman ist für die Tonne, der zweite ist für die Schublade und den dritten kann man vielleicht für irgendetwas gebrauchen. So muss ich also mindestens 3 Romane verfassen, ehe ich mir selbst Erfolg gönne.

Ich bin entschlossen, dieses Projekt durchzuziehen, koste es was es wolle. 6 Wochen habe ich investiert und das ist erst der Anfang. Drei Projekte begonnen – alle hängen jetzt in der Schwebe. Aber so ist es nunmal mit der Kreativität. 2 Schritte vor, ein Schritt zurück.

Meine Berufung, mein Blog, mein Erfolg

Ich bin mal wieder an dem Punkt angelangt, wo ich die Arbeitsgesellschaft kritisieren möchte, doch leider weiß ich nach wie vor nicht, wie ich das anstellen soll. Ich hatte ein paar Ideen, die ich aber alle verworfen habe, weil sie zu platt waren. Ich möchte keine Klischees bedienen, ich möchte etwas neuartiges schaffen. Daher wälze ich dieses Thema weiter in meinem Kopf hin und her, in der Hoffnung, dass dieser etwas Gescheites ausspucken möge, auch wenn er dies bislang nicht getan hat.

Mir steht der Sinn gerade nach Schachtelsätzen und komplizierten Verwurschtelungen. Mal wieder habe ich viel zu viel Lektüre auf meinem Schreibtisch zu liegen und weiß gar nicht, wann ich es schaffen soll mich damit zu beschäftigen. Das Autorenleben ist schon nicht einfach. Aber es ist schön. Zumindest erhoffe ich mir das.

Ich wünsche mir eines Tages in den vollen Genuss des Autorendaseins zu kommen, da ich hierin eine Berufung sehe. Ich weiß gar nicht, warum ich nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen bin. Irgendwie war ich immer mit anderen Projekten beschäftigt. Auch Miss Picky hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Ursprünglich war sie ein Kochblog, später ein Tagebuch und jetzt eine Gedankenmüllhalde. Das klingt negativer, als es gemeint ist. Vielleicht sollte ich ein schöneres Wort dafür finden.

Öffentlichkeit, wie Hannah Arendt sie versteht, sollte darin vorkommen. Miss Picky wäre mein persönlicher Marktplatz, meine Agora, auf die ich mich stelle, um meine Gedanken kundzutun. Ich würde mich auch nicht lächerlich machen, wenn ich keine Zuhörer hätte. Schließlich leben wir im 21. Jahrhundert, in dem alles für die Nachwelt aufgezeichnet wird. So habe ich den Luxus völlig frei von Lampenfieber sprechen zu können und trotzdem (irgendwann vielleicht) in den Genuss eines großen Publikums zu kommen.

Ich werde geduldig sein. Man muss nicht mit 30 Erfolg als Autor haben. Das kann man auch mit 40, 50, 60 oder 70 Jahren. Insofern habe ich noch mindestens 10 Jahre Zeit für den großen Durchbruch. Meine Gedanken sind nicht länger die einer 20-jährigen. Was ich im letzten Jahrzehnt erlebt habe, passt auf keine Kuhhaut. Vielleicht sollte ich es nieder schreiben, aber ich möchte mir doch auch meine kleinen Geheimnisse bewahren. Nicht jeder muss meine Motivation verstehen, ich bin schließlich keine Romanfigur.

Eventuell sollte ich meinen Trainingsplan teilen, nur blöd, dass ich gerade schon wieder alles umgeworfen habe und mit einem neuen Projekt beginnen will.