So viele angefangene Blogposts, die ich weder zu Ende bringen, noch veröffentlichen möchte. Zum aktuellen Zeitpunkt 11. Später werde ich sie mir vielleicht einen nach dem anderen voller Freude vornehmen und verfeiern können, wie eine gute Sauce, die man mit Sahne andickt. Vielleicht aber auch nicht. Schön, wenn meine Blogposts qualitativ hochwertiger werden, als der Senf, den so manch anderer seinem Essen hinzufügt. Aber ist das wahrscheinlich?
Ich habe in der letzten Woche versucht, mal wirklich frei eine Geschichte zu entwickeln, anstatt immer nur Durchschnittlichkeit wiederzukäuen. Warum nur wollte ich meine Protagonistin so normal wie möglich machen? Sie langweilt mich selbst tödlichst. Stattdessen habe ich meine Gedanken kreisen lassen und ihnen keinerlei Grenzen aufgesetzt. Ich sollte das wirklich öfter tun, anstatt mich auf vorgefertigte Produktionsmuster zu verlassen.
Das kommt davon, wenn man auf Schreibratgeber hört. Am Anfang der Geschichte muss eine unterentwickelte Persönlichkeit stehen, die im Laufe der Geschichte wachsen kann. Was aber, wenn meine Figur so langweilig ist, dass niemand sich für sie interessiert? Nicht mal ich selbst.
Ich fürchte, das Trial und Error Verfahren wird mich meinem Romanziel nur in Babyschritten näher bringen. Ich bin stolz auf meinen inneren Kritiker, der mich vor unzähligen Verfehlungen bewahrt. Gleichzeitig bin ich froh, dass ich auch weiß, wie ich ihn zum Verstummen bringen kann. Nicht alles muss perfekt sein, darin bin ich mir mit ihm einig. Aber das, was ich präsentiere, soll bitte so gut wie möglich sein. Auch hierin sehe ich nichts Verwerfliches.
Also habe ich entschieden einen Schreibkurs zu machen. Ich brauche professionelle Anleitung, um mein Ziel erreichen zu können. Ich brauche Praxis, Feedback und einen geschützten Rahmen, in dem ich Fehler machen kann. Zeit habe ich für so ein Projekt eigentlich nicht. Mein Roman schreibt sich schließlich nicht von allein. Aber ich habe beschlossen, meine Prioritäten für eine Weile anders zu setzen.
12 Wochen geht der Grundlagenkurs und ich hoffe sehr, dass ich erstens schaffe dranzubleibe und zweitens viel daraus mitnehmen kann. Nach wie vor bin ich ein Amateur in kreativem Schreiben. Die Ratgeber, die ich gelesen habe, helfen mir nicht viel, da mir vor allem die Praxis fehlt.
Ich kann es nur wiederholen: Der erste Roman ist für die Tonne, der zweite ist für die Schublade und den dritten kann man vielleicht für irgendetwas gebrauchen. So muss ich also mindestens 3 Romane verfassen, ehe ich mir selbst Erfolg gönne.
Ich bin entschlossen, dieses Projekt durchzuziehen, koste es was es wolle. 6 Wochen habe ich investiert und das ist erst der Anfang. Drei Projekte begonnen – alle hängen jetzt in der Schwebe. Aber so ist es nunmal mit der Kreativität. 2 Schritte vor, ein Schritt zurück.