Internettagebücher

Ich möchte hier nicht nur über das Schreiben schreiben, aber ich möchte auch nicht zu persönlich werden. Je weniger persönlich meine Texte sind, desto uninteressanter sind sie jedoch. Es wäre schön, ein Thema zu haben, zum Beispiel ein Nachhaltigkeitsblog auf dem ich meine Fortschritte in dieser Richtung dokumentiere. Nur habe ich auf so ein Blog keinen Bock.

Die Zeiten, in denen man mit Internettagebüchern virtuelle Freunde finden konnte, sind wohl vorbei. Ich habe sie noch erlebt. Als Teenager habe ich anonym meine Probleme mit der Welt geteilt und Zuspruch bekommen. Heutzutage sind alle Blogs durchprofessionalisiert und folgen der Verwertungslogik. Was wirklich schade ist.

Hinzu kommt, dass ich andere Wege gefunden habe, mit meinem Kummer umzugehen. Ich behalte ihn nun mehr für mich. Schreibe ihn in mein privates Tagebuch, wo kein Auge ihn jemals sehen wird. Ich wünsche mir wieder eine private WordPressinstallation zu haben, wo ich richtig Scheibe spielen kann. Nach dem Verlust meiner letzten Installation scheint dies jedoch kein sicherer Ort für meine Daten. Also schreibe ich weiterhin ins Internet, wenn auch eher unregelmäßig.

Da ich aber nicht über meine Probleme rumlamentieren will, weiß ich auch nicht so recht, was ich sagen soll. Ein Ort für Gedankenmüll sollte dies sein. Nur wird der Gedankenmüll in meinem Kopf immer weniger. Ich bin zu viel mit anderen Dingen beschäftigt. Die tägliche Erwerbstätigkeitsmaschinerie lenkt mich ab und hindert mich daran zu versumpfen. Es hat also doch Vorteile dieses Hamsterrad.

Ausleben und entfalten kann ich mich zwar nicht, aber ich bin doch zumindestens beschäftigt und kann mich nicht mit meinen Jammereien befassen. Zufrieden bin ich mit meinem Leben wirklich nicht, aber was solls? Es könnte alles so viel schlimmer sein.

Arbeit 2.0 – Links

Dieser Artikel ist Teil der Materialsammlung zum Thema Arbeit 2.0. Ich habe ein paar Artikel zusammengetragen, die sich mit Arbeit 2.0 bzw. Arbeit in der Wissensgesellschaft beschäftigen.

Bayern2 Dossier Arbeit 2.0 – Zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung über die Digitale Bohème und deren technische Grundlagen
Inhalt: Ford bestimmte das Arbeitsmodell der Massenproduktion, Zuse den Büromenschen der Dienstleistungsgesellschaft und das Web 2.0 die flexiblen Kreativen.

In der Computerwoche schreibt Alexandra Mesmer über Arbeit 2.0 und die Generation der unter 30-Jährigen, die Arbeit neu definiert: „Sie sind immer online und wollen anders arbeiten: selbständig, ohne Zeitkorsett und Anwesenheitspflicht.“

Weitere Links

Gelesen: Computerfrauen und Zuse

Computerfrauen

Computerfrauen von Ute Hoffmann

Computerfrauen. Welchen Anteil haben Frauen an Computergeschichte und -arbeit? von Ute Hoffmann ist eine 1987 erschienene Studie zu eben jener Fragestellung.

Die Autorin untersucht das Phänomen „Frauen und Technik“ anhand von 3 Themenkomplexen: Zunächst untersucht sie die Darstellung Ada Lovelaces als „Übersetzerin“ oder „erste Programmiererin“, sie widmet sich dem großen Anteil der Arbeit von Frauen in den Computerlaboren der 40er und 50er Jahre, um anschließend geschlechtsspezifische Unterschiede im Umgang mit Technik und den Anteil von Frauen an Berufen und Bildung in der Datenverarbeitung in der damaligen Gegenwart zu analysieren.

Den dritten Teil der Arbeit fand ich über alle Maßen erschreckend. Denn obwohl sich unser Verhältnis zur Technik seit den 80er Jahren vollständig gewandelt hat und viele Aussagen heute einfach nicht mehr gültig sind, hat sich doch insgesamt nicht viel verändert.

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