
Frage: Wie könnte eine postkapitalistische globale Gesellschaftsordnung aussehen?
Keine Verschwörung ohne Geheimnisse

Frage: Wie könnte eine postkapitalistische globale Gesellschaftsordnung aussehen?
Wie kommt es, dass ich während des Schreibens immer denke, das ist der letzte Rotz, was ich produziere. Während ich drin stecke, kann ich mich nicht fallen lassen, auch wenn ich mich fallen lasse, weil ich mich permanent kritisiere. Die Übergänge sind nicht klar, wer soll nur diese Gedankensprünge verstehen, das kann doch niemals jemand nachvollziehen.
Doch wenn ich den Text später lese, finde ich ihn gut. Je mehr Zeit dazwischen liegt, desto besser gefällt er mir. Nur im Moment der Erschaffung will ich mich verbessern, fühle ich mich unzulänglich, im Nachhinein passt er mir. Doch wie soll ich so jemals den Moment genießen können? Wie kann ich ein Künstler sein, der den Prozess nicht liebt, der nur die verpassten Gelegenheiten sieht. Den Ton, der nicht getroffen wurde, das Thema, dass nur angestrichen und nicht tiefgründig ausdiskutiert wurde.
Ich befinde mich in einem Gedankensturm. Ich bin froh, dass ich wieder mit dem Schreiben begonnen habe. Es gibt mir so viel und so verbringe ich den Tag damit mein Innerstes nach Außen zu kehren und zumindest einen kleinen Anteil dessen, was in mir steckt, heraus zu bringen.
Ein verkappter Künstler bin ich – und davon träume ich am Ende des Tages immer noch: Dass eines Tages irgendjemand das, was ich produziere, zu würdigen weiß und mir meinen rechtmäßigen Platz in der Gesellschaft zuweist. Ich fühle mich immer noch falsch. Nicht mehr so sehr falsch wie früher, aber doch noch lange nicht richtig.
Die Bachelorarbeit ist fertig und ich kann nun endlich den letzten Teil der Materialsammlung zum Thema Arbeit 2.0 präsentieren. Für alle, die sich also für das Thema Arbeit 2.0 interessieren, sind hier ein paar alphabetisch sortierte Buchtipps.
Verworfenes Leben. Die Ausgegrenzten der Moderne
Über die Verlierer der Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgeht.
In seinem neuen Buch blickt Zygmunt Bauman hinter die Kulissen unserer globalisierten Gegenwart.
Seine These trifft den Kern der neuzeitlichen Rationalität: Ein Ergebnis von Modernisierungsprozessen besteht in der Exklusion von Menschen aus den sozialen, nationalstaatlichen und kulturellen Zusammenhängen.
Ortlose Migranten, Flüchtlinge und für »überflüssig« gehaltene Menschen – in ihrem Schicksal manifestiert sich die Tatsache, daß die Entwicklung der modernen Gesellschaften in ökonomischer und politischer Hinsicht nicht etwa in der Integration aller besteht.
Neue Arbeit, neue Kultur: Ein Manifest
Berufung statt Beruf!
Wir leiden nicht nur an schwindenden Arbeitsplätzen, sondern vor allem auch an dem, was der Philosoph Hegel „die Armut der Begierde“ nannte. Gemeint ist damit die Unfähigkeit, Wünsche zu äußern und eigene Projekte zu realisieren.
Nicht zuletzt deshalb klammern wir uns an Jobs, die nicht nur unseren Lebensunterhalt, sondern auch unseren Platz in der Gesellschaft sichern – selbst dann, wenn sie unbefriedigend sind. Und wir verzweifeln übermäßig, wenn wir sie verlieren.
Um Abhilfe zu schaffen, müssen wir uns mehr auf das besinnen, was wir „wirklich wirklich wollen“.
Dieser Artikel ist Teil der Materialsammlung zum Thema Arbeit 2.0. Ich habe ein paar Artikel zusammengetragen, die sich mit Arbeit 2.0 bzw. Arbeit in der Wissensgesellschaft beschäftigen.
Bayern2 Dossier Arbeit 2.0 – Zwischen Selbstbestimmung und Selbstausbeutung über die Digitale Bohème und deren technische Grundlagen
Inhalt: Ford bestimmte das Arbeitsmodell der Massenproduktion, Zuse den Büromenschen der Dienstleistungsgesellschaft und das Web 2.0 die flexiblen Kreativen.
In der Computerwoche schreibt Alexandra Mesmer über Arbeit 2.0 und die Generation der unter 30-Jährigen, die Arbeit neu definiert: „Sie sind immer online und wollen anders arbeiten: selbständig, ohne Zeitkorsett und Anwesenheitspflicht.“
Schreib nur, schreib.
schreib, was du weißt,
was du gelernt hast.
Denk nicht nach.
es gibt keine Fragen.
nur Antworten;
die du auswendig lernst.
Funktioniere nur, funktioniere.
so wie die um dich herum,
die du jeden Tag siehst.
Namen ohne Herzen,
so wie du leere Hüllen.
Mensch und Alltag
isoliert.
Sprich nur, sprich.
du weißt, was du sagen musst.
ohne, dass jemand befahl.
Deine Meinung ist die der anderen.
du willst dasselbe wie sie.
Schlüsselqualifikation Homogenität
perfektioniert.
Nun wartest du.
auf den Stoß ins kalte Wasser.
pass dich an, Inhaltsloser.
Hunderte warten dich zu ersetzen.
Hunderte deiner Sorte.
Einzigartigkeit wird inhaltslos,
so wie du.
Veröffentlicht im Abiturbuch des Abiturjahrgangs 2007 des F.F. Runge Gymnasiums Oranienburg