Gedankenmist auf hohem Niveau

Die Auseinandersetzung mit meinen Gedanken tut mir gut, trägt aber nicht dazu bei, das Chaos zu verkleinern. Ich springe zwischen zu vielen Themen hin und her, mache ständig neue Fässer auf und denke nichts zu Ende. Das ist für den Anfang okay, aber muss langfristig in irgendeine sinnvolle Form gegossen werden.

Ich habe alle Zeit der Welt und ich muss mich nicht stressen, ein fertiges Werk zu präsentieren. Das wird sicher ganz von allein entstehen, wenn ich nur die nötige Hingabe an den Tag lege und entsprechend Zeit investiere. Das Schreiben an sich fällt mir nicht schwer. Vielleicht brauche ich wirklich bloß mehr Zeit.

Wieder einmal habe ich große Pläne und ambitionierte Ziele, aber dieses Mal kommen sie mir ganz natürlich vor. Ich empfinde keinerlei Widerstand dagegen. Es ist, als würde der Fluss nun einmal dort lang fließen und ich müsste mich einfach nur treiben lassen, um mein Ziel zu erreichen.

Vielleicht ist es das, was die Leute meinen, wenn sie von Leichtigkeit sprechen. Bisher war mir das immer maximal unverständlich. Alles, was ich tat, stieß auf Widerstand. Inneren Widerstand, äußeren Widerstand, Hindernisse, Blockaden, es war immer ein Krampf. Jetzt kommt mir das alles irgendwie anders vor. Vielleicht muss ich nicht gegen den Strom anschwimmen. Nur schwierig, wenn man nicht sieht, wo der Fluss lang fließt.

Bisher war mein Leben eher wie Bergsteigen. Hoffen wir, dass es nun mehr wie Stand-Up Paddeling wird. Das Schreiben hat mich schon immer auf den richtigen Weg geführt und mir vor allem gezeigt, wo es gar nicht lang geht. Nun machen wir uns auf eine völlig neue Reise. Danke an alle, die dabei sind.

Wer soll nur diese Gedankensprünge verstehen?

Wie kommt es, dass ich während des Schreibens immer denke, das ist der letzte Rotz, was ich produziere. Während ich drin stecke, kann ich mich nicht fallen lassen, auch wenn ich mich fallen lasse, weil ich mich permanent kritisiere. Die Übergänge sind nicht klar, wer soll nur diese Gedankensprünge verstehen, das kann doch niemals jemand nachvollziehen.

Doch wenn ich den Text später lese, finde ich ihn gut. Je mehr Zeit dazwischen liegt, desto besser gefällt er mir. Nur im Moment der Erschaffung will ich mich verbessern, fühle ich mich unzulänglich, im Nachhinein passt er mir. Doch wie soll ich so jemals den Moment genießen können? Wie kann ich ein Künstler sein, der den Prozess nicht liebt, der nur die verpassten Gelegenheiten sieht. Den Ton, der nicht getroffen wurde, das Thema, dass nur angestrichen und nicht tiefgründig ausdiskutiert wurde.

Ich befinde mich in einem Gedankensturm. Ich bin froh, dass ich wieder mit dem Schreiben begonnen habe. Es gibt mir so viel und so verbringe ich den Tag damit mein Innerstes nach Außen zu kehren und zumindest einen kleinen Anteil dessen, was in mir steckt, heraus zu bringen.

Ein verkappter Künstler bin ich – und davon träume ich am Ende des Tages immer noch: Dass eines Tages irgendjemand das, was ich produziere, zu würdigen weiß und mir meinen rechtmäßigen Platz in der Gesellschaft zuweist. Ich fühle mich immer noch falsch. Nicht mehr so sehr falsch wie früher, aber doch noch lange nicht richtig.