Man müsste eine neue Art von Protest erfinden

  • Was kann ich gegen die wachsende Ungerechtigkeit in der Welt tun?
  • Wie kann ich die Welt besser und schöner machen?
  • Wem kann ich wie helfen?
  • Wie kann ich möglichst vielen Menschen helfen?
  • Was kann ich gegen die Arbeitsgesellschaft unternehmen?
  • Was stört mich an unserer Zeit am meisten?
  • Warum ist alles so teuer geworden?
  • Warum bezahlen wir Jahrhunderte nach Marx immer noch mit unserer Arbeitskraft?
  • Würde es irgendwem helfen, wenn ich das Kapital lesen würde?
  • Wie kann ich die kommunistische Revolution hervorrufen, für mehr Liebe und Freundschaft sorgen und Geld weniger wichtig machen?
  • Was sind überhaupt meine Themen?

Abwechslung als Routine

Immer wieder stelle ich mir die Frage „Wie kann ich mein Leben aufregender gestalten?“ und wenn ich aufregender sage, meine ich damit eigentlich abwechslungsreich. Das ist schließlich mein Motto für dieses Jahr: Abwechslung als Routine.

Wie ich das bisher umgesetzt habe, ist aber nicht so ganz ersichtlich. Anstatt kleine Abenteuer zu erleben, versuche ich eher neue Routinen zu entwickeln. Fabulous inspiriert mich dazu, mir neue regelmäßige Aktivitäten auf die Fahnen zu schreiben. Und tatsächlich mache ich definitiv mehr Sport beispielsweise als noch im letzten Jahr, auch wenn es nur ein Strecken und Recken oder andere kurze Dehnübungen zwischendurch sind.

Kleine Abenteuer gebe ich mir natürlich auch, aber seltener. Den einen Tag bin ich einfach mal so 3 Kilometer zum Flughafensee spaziert. An einem anderen Tag habe ich mit einer Freundin eine sehr spaßige lialo-Tour durch Berlin ausprobiert. Und ich möchte auch immer noch den Brecht-Spaziergang vom Berliner Ensemble testen.

Finden Sie auf diesem Blog also ab sofort die besten Freizeittipps von Miss Picky? Nein, natürlich nicht. Es geht hier eher um Veränderungen und mein persönliches Wachstum. Ich versuche mich mit meinem Erwachsenenleben anzufreunden, was echt nicht so leicht ist. Aber da wir nun mal viel Zeit miteinander verbringen, ist es besser Freundschaft zu knüpfen als sich feindselig gegenüber zu stehen.

Dabei hätte ich schon Lust Freizeittipps zu teilen. Ich recherchiere immer viel und bin stets offen für Aktivitäten in meiner Nähe. Für die Zeit nach Corona (oh ja, sie wird kommen!) habe ich mir vorgenommen über nebenan.de ein Picknick im Park zu organisieren. Darauf freue ich mich irrsinnig!

Ich freue mich auch darauf wieder auf Konzerte zu gehen, ins Schwimmbad möchte ich unbedingt, frühstücken gehen und nach Herzenslust Klamotten shoppen und natürlich die schönen neuen Klamotten ausführen. Dazu fehlt einem ja aktuell jede Gelegenheit. Man kann sich nur für die Kamera schön machen.

Manche von euch erinnern sich vielleicht noch an die Zeit, als man sich jeden Tag fürs Büro anziehen musste. Es ist verdammt lange her und ich fand es früher nicht immer schön. Aber im Sinne des Mottos „Abwechslung als Routine“ könnte ich mir das für eine Weile mal wieder vorstellen.

Home Office ist ja schön und gut, aber irgendwann reicht es auch. Ich wünsche mir eine flexiblere Art zu arbeiten, sodass Home Office und Präsenzphasen sich abwechseln. Die neuartige Spätschicht hat diese Woche ein bisschen für ein Gefühl der Neuheit gesorgt, aber auch das wird wohl bald zur Routine werden.

In diesem Sinne möchte ich mal ein paar Fragen in den Raum werfen. Vielleicht habt ihr ja Lust eure Erfahrungen mit mir zu teilen:

  • Wie gestaltet ihr euer Leben abwechslungsreicher?
  • Worauf freut ihr euch am meisten nach Corona?

Ich freue mich auf eure Meinungen.

Internettagebücher

Ich möchte hier nicht nur über das Schreiben schreiben, aber ich möchte auch nicht zu persönlich werden. Je weniger persönlich meine Texte sind, desto uninteressanter sind sie jedoch. Es wäre schön, ein Thema zu haben, zum Beispiel ein Nachhaltigkeitsblog auf dem ich meine Fortschritte in dieser Richtung dokumentiere. Nur habe ich auf so ein Blog keinen Bock.

Die Zeiten, in denen man mit Internettagebüchern virtuelle Freunde finden konnte, sind wohl vorbei. Ich habe sie noch erlebt. Als Teenager habe ich anonym meine Probleme mit der Welt geteilt und Zuspruch bekommen. Heutzutage sind alle Blogs durchprofessionalisiert und folgen der Verwertungslogik. Was wirklich schade ist.

Hinzu kommt, dass ich andere Wege gefunden habe, mit meinem Kummer umzugehen. Ich behalte ihn nun mehr für mich. Schreibe ihn in mein privates Tagebuch, wo kein Auge ihn jemals sehen wird. Ich wünsche mir wieder eine private WordPressinstallation zu haben, wo ich richtig Scheibe spielen kann. Nach dem Verlust meiner letzten Installation scheint dies jedoch kein sicherer Ort für meine Daten. Also schreibe ich weiterhin ins Internet, wenn auch eher unregelmäßig.

Da ich aber nicht über meine Probleme rumlamentieren will, weiß ich auch nicht so recht, was ich sagen soll. Ein Ort für Gedankenmüll sollte dies sein. Nur wird der Gedankenmüll in meinem Kopf immer weniger. Ich bin zu viel mit anderen Dingen beschäftigt. Die tägliche Erwerbstätigkeitsmaschinerie lenkt mich ab und hindert mich daran zu versumpfen. Es hat also doch Vorteile dieses Hamsterrad.

Ausleben und entfalten kann ich mich zwar nicht, aber ich bin doch zumindestens beschäftigt und kann mich nicht mit meinen Jammereien befassen. Zufrieden bin ich mit meinem Leben wirklich nicht, aber was solls? Es könnte alles so viel schlimmer sein.

Zwischenmenschliche Beziehungen als Kunst – Warum eigentlich nicht?

Babies, die keine Liebe bekommen, sterben. Das wurde vor Jahrhunderten in einem grausamen Experiment bewiesen. Wir Menschen sind soziale Tiere und wir brauchen die Anderen, um uns selbst zu erkennen und Ordnung in unsere Gedanken zu bringen. Es gibt sprachliche Standards, an die wir uns halten müssen, um unsere Innenwelt reflektieren zu können. Das muss in meinen Augen ästhetisch verstanden werden: Form und Inhalt sind untrennbar miteinander verknüpft.

Im Umgang mit unserem Innenleben sind wir demnach Künstler. Wir formen unsere Gedanken so, dass Andere dabei etwas empfinden und uns nachvollziehen können. Alltägliche Sprechakte sind anders als Texte oder Theater spontan und improvisiert und damit eine der höchsten Formen der Kunst. Mit dieser Kunst gestalten wir zwischenmenschliche Bindungen, ein Netzwerk, das unseren Platz in der Welt bestimmt.

Ein wirklich faszinierendes Thema, auf das ich da gestoßen bin und das sich in alle Richtungen ausbauen lässt. Tatsächlich ist der Aufbau von Freundschaften und losen Kontakten ein Handwerk, das sich erlernen lässt. Es gibt da so viele Ansätze, über die ich mich noch informieren muss. Gewaltfreie Kommunikation ist nur einer davon. Auch der Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten lässt sich erlernen. Vor allem wird er einfacher, je mehr man reflektiert, was unbedingt vom Grübeln abgegrenzt werden muss.

Vielleicht sollte ich doch noch einmal Psychologie studieren, denn der Ansatz das menschliche Miteinander als Kunst zu betrachten, gefällt mir außerordentlich. Klar müsste ich mich auch mit ästhetischen Konzepten auseinander setzen. Und den sozialen Institutionen, die uns formen, prägen und einschränken. Was ist eigentlich Kunst, ist die nächste Frage, die zu stellen ist und die ich heute noch nicht beantworten werde.

Ab wann etwas als Kunst gilt, ist eine Frage, die viel diskutiert wird. In diese unselige Debatte werde ich einsteigen müssen. Die Geister scheiden sich immer am Können, denn dies ist nur schwer messbar. Gerade in der Psychologie wird aber versucht alles zu messen, obwohl sich der Gegenstand Mensch dem oft widersetzt.

Kommunikation und den Aufbau und Erhalt zwischenmenschlicher Beziehungen als Kunst zu verstehen, würde dazu führen, diese als erlernbar anzusehen und könnte damit ein wertvoller Beitrag sein, die seelischen Nöte vieler Menschen zu lindern. Mein Experiment Sozialleben hat also eine neue Dimension bekommen und ist umso relevanter geworden. Ich freue mich, wenn viele Menschen ihre klugen Gedanken dazu mit mir teilen.