Abwechslung als Routine

Immer wieder stelle ich mir die Frage „Wie kann ich mein Leben aufregender gestalten?“ und wenn ich aufregender sage, meine ich damit eigentlich abwechslungsreich. Das ist schließlich mein Motto für dieses Jahr: Abwechslung als Routine.

Wie ich das bisher umgesetzt habe, ist aber nicht so ganz ersichtlich. Anstatt kleine Abenteuer zu erleben, versuche ich eher neue Routinen zu entwickeln. Fabulous inspiriert mich dazu, mir neue regelmäßige Aktivitäten auf die Fahnen zu schreiben. Und tatsächlich mache ich definitiv mehr Sport beispielsweise als noch im letzten Jahr, auch wenn es nur ein Strecken und Recken oder andere kurze Dehnübungen zwischendurch sind.

Kleine Abenteuer gebe ich mir natürlich auch, aber seltener. Den einen Tag bin ich einfach mal so 3 Kilometer zum Flughafensee spaziert. An einem anderen Tag habe ich mit einer Freundin eine sehr spaßige lialo-Tour durch Berlin ausprobiert. Und ich möchte auch immer noch den Brecht-Spaziergang vom Berliner Ensemble testen.

Finden Sie auf diesem Blog also ab sofort die besten Freizeittipps von Miss Picky? Nein, natürlich nicht. Es geht hier eher um Veränderungen und mein persönliches Wachstum. Ich versuche mich mit meinem Erwachsenenleben anzufreunden, was echt nicht so leicht ist. Aber da wir nun mal viel Zeit miteinander verbringen, ist es besser Freundschaft zu knüpfen als sich feindselig gegenüber zu stehen.

Dabei hätte ich schon Lust Freizeittipps zu teilen. Ich recherchiere immer viel und bin stets offen für Aktivitäten in meiner Nähe. Für die Zeit nach Corona (oh ja, sie wird kommen!) habe ich mir vorgenommen über nebenan.de ein Picknick im Park zu organisieren. Darauf freue ich mich irrsinnig!

Ich freue mich auch darauf wieder auf Konzerte zu gehen, ins Schwimmbad möchte ich unbedingt, frühstücken gehen und nach Herzenslust Klamotten shoppen und natürlich die schönen neuen Klamotten ausführen. Dazu fehlt einem ja aktuell jede Gelegenheit. Man kann sich nur für die Kamera schön machen.

Manche von euch erinnern sich vielleicht noch an die Zeit, als man sich jeden Tag fürs Büro anziehen musste. Es ist verdammt lange her und ich fand es früher nicht immer schön. Aber im Sinne des Mottos „Abwechslung als Routine“ könnte ich mir das für eine Weile mal wieder vorstellen.

Home Office ist ja schön und gut, aber irgendwann reicht es auch. Ich wünsche mir eine flexiblere Art zu arbeiten, sodass Home Office und Präsenzphasen sich abwechseln. Die neuartige Spätschicht hat diese Woche ein bisschen für ein Gefühl der Neuheit gesorgt, aber auch das wird wohl bald zur Routine werden.

In diesem Sinne möchte ich mal ein paar Fragen in den Raum werfen. Vielleicht habt ihr ja Lust eure Erfahrungen mit mir zu teilen:

  • Wie gestaltet ihr euer Leben abwechslungsreicher?
  • Worauf freut ihr euch am meisten nach Corona?

Ich freue mich auf eure Meinungen.

Stillstand des Hamsterrads

Das Erwachsenenleben ist nicht nur für Superhelden schwierig. Ständig muss man präsent sein und Leistung bringen. Es werden vielerlei Erwartungen an einen gestellt, der Haushalt muss in Ordnung sein, ernähren muss man sich irgendwie und dann ist da noch der Job, in dem man bestimmte Aufgaben erfüllen muss, die sich stets wiederholen. Gelegentlich passiert mal etwas Neues, aber im Großen und Ganzen begegnen einem vertraute Situationen.

Andere haben dafür das Wort Hamsterrad geprägt. Ich lehne es ab. Ein Hamsterrad ist ein Spielzeug. Für Hamster. Es muss nicht täglich 8 Stunden gedreht werden, sondern nur, wenn der Hamster Lust drauf hat. Dass die Welt sich stets weiter dreht und einem die ewig selbe Soße präsentiert, ist ein Problem, das weder mit der Berufstätigkeit oder der Arbeitsgesellschaft noch mit dem Hamsterleben etwas zu tun hat.

Man merkt es am ehesten nach einem Verlust. Ob man nun einen geliebten Menschen, den Job oder einfach den Verstand verloren hat, man wünscht sich, die Welt stünde still wie ein leeres Hamsterrad. Tut sie aber nicht. Wie doof. Das ist es doch, was das Leben als solches so anstrengend macht. Man kann nicht einfach aussteigen. Selbst wenn man sich eine Pause gönnt und mal was anderes tut, steht die Welt nicht still und man muss sich gegebenenfalls auf Neuheiten einstellen.

Nun sind Neuheiten aber etwas, das uns mit zunehmendem Alter schwerer fällt. Wir lieben unseren Alltag und machen es uns darin gemütlich. Trägheit ist das. Ob man nun in gleichbleibender Bewegung ist oder in der Ruhe, man möchte darin verweilen. Gewohnheiten sind darum der Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Und es scheint so banal zu sein, dass man gar nicht verstehen kann, wie sich die neueste Selbsthilfegeneration so auf ein Thema einschießen konnte, das doch seit Aristoteles common sense sein sollte.

Aber ich schweife ab. Viel zu viel wird von einem gefordert, denn die Welt wird immer komplexer, immer kompetetiver und immer voller. Es wird gemeinhin behauptet, unsere Generation würde das Erwachsenenleben ablehnen und hätte andere Prioritäten im Leben.

Vielleicht haben wir aber auch keinen Bock uns dieser ständigen Überforderung auszusetzen und sind einfach eine Biedermeier-Generation. Zurück ins kuschelige Privatleben. Zurück in überschaubare Verhältnisse. Zurück in kindliche Neugier und kalkulierbare Risiken. Dabei helfen wir uns gegenseitig mit Youtube-Videos und Blogartikeln. Wir fassen uns an den Händen und finden Lösungen für jedes Problem. Solange es sich auf ein kleineres zurückführen lässt. Schritt für Schritt erweitern wir unseren Horizont und versuchen, die Welt ein Stückchen besser zu machen.

Zumindest hoffe ich, dass es so ist. Veränderungen geschehen nur langsam, auch wenn uns angekündigt wurde, dass wir uns an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter befinden. Die digitale Revolution hat sich bisher noch nicht verwirklicht. Es kommt noch viel auf uns zu und wir müssen uns derweil mit dem Erwachsenenleben rumschlagen, völlig gleich ob wir nun bereit dafür sind oder nicht.