Meine Berufung, mein Blog, mein Erfolg

Ich bin mal wieder an dem Punkt angelangt, wo ich die Arbeitsgesellschaft kritisieren möchte, doch leider weiß ich nach wie vor nicht, wie ich das anstellen soll. Ich hatte ein paar Ideen, die ich aber alle verworfen habe, weil sie zu platt waren. Ich möchte keine Klischees bedienen, ich möchte etwas neuartiges schaffen. Daher wälze ich dieses Thema weiter in meinem Kopf hin und her, in der Hoffnung, dass dieser etwas Gescheites ausspucken möge, auch wenn er dies bislang nicht getan hat.

Mir steht der Sinn gerade nach Schachtelsätzen und komplizierten Verwurschtelungen. Mal wieder habe ich viel zu viel Lektüre auf meinem Schreibtisch zu liegen und weiß gar nicht, wann ich es schaffen soll mich damit zu beschäftigen. Das Autorenleben ist schon nicht einfach. Aber es ist schön. Zumindest erhoffe ich mir das.

Ich wünsche mir eines Tages in den vollen Genuss des Autorendaseins zu kommen, da ich hierin eine Berufung sehe. Ich weiß gar nicht, warum ich nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen bin. Irgendwie war ich immer mit anderen Projekten beschäftigt. Auch Miss Picky hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Ursprünglich war sie ein Kochblog, später ein Tagebuch und jetzt eine Gedankenmüllhalde. Das klingt negativer, als es gemeint ist. Vielleicht sollte ich ein schöneres Wort dafür finden.

Öffentlichkeit, wie Hannah Arendt sie versteht, sollte darin vorkommen. Miss Picky wäre mein persönlicher Marktplatz, meine Agora, auf die ich mich stelle, um meine Gedanken kundzutun. Ich würde mich auch nicht lächerlich machen, wenn ich keine Zuhörer hätte. Schließlich leben wir im 21. Jahrhundert, in dem alles für die Nachwelt aufgezeichnet wird. So habe ich den Luxus völlig frei von Lampenfieber sprechen zu können und trotzdem (irgendwann vielleicht) in den Genuss eines großen Publikums zu kommen.

Ich werde geduldig sein. Man muss nicht mit 30 Erfolg als Autor haben. Das kann man auch mit 40, 50, 60 oder 70 Jahren. Insofern habe ich noch mindestens 10 Jahre Zeit für den großen Durchbruch. Meine Gedanken sind nicht länger die einer 20-jährigen. Was ich im letzten Jahrzehnt erlebt habe, passt auf keine Kuhhaut. Vielleicht sollte ich es nieder schreiben, aber ich möchte mir doch auch meine kleinen Geheimnisse bewahren. Nicht jeder muss meine Motivation verstehen, ich bin schließlich keine Romanfigur.

Eventuell sollte ich meinen Trainingsplan teilen, nur blöd, dass ich gerade schon wieder alles umgeworfen habe und mit einem neuen Projekt beginnen will.

Arbeitskraft – mein größtes Vermögen?

Liebe Arbeitskraft,

kürzlich wurde ich mit einer unangenehmen Frage konfrontiert, deren Beantwortung sicher auch in deinem Interesse liegt. Da ich zumindest vermute, dass ich dir zu Dank und Demut verpflichtet bin, beschloss ich umgehend, dass in dieser Angelegenheit eine schriftliche Auseinandersetzung vonnöten sei und widme dir darum diese Zeilen. Aber eins nach dem anderen.

Es war nämlich so: Ich stand an diesem Schalter in der Bank und wartete. Hin und wieder muss man ja selbst heute noch in eine dieser Filialen gehen. Ich wartete also und stand in der Schlange dort, während mein Blick von einer matt blauen – Biederkeit und Seriosität ausstrahlenden – Karte angezogen wurde. Auf dieser war in dunkelblauer Schrift geschrieben:

Ist Ihr Auto besser versichert als Ihre Arbeitskraft? Vergleichen Sie selbst!

Etwas irritiert las ich die Inschrift erneut und wunderte mich darüber, was diese Dinge miteinander gemein haben. Wie könnte man mein Auto mit meiner Arbeitskraft vergleichen?

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