Der Tag hat zu wenig Stunden

Zwo, eins, Risiko!

Wie viel Sicherheit verträgt der Mensch? Und wenn ich Sicherheit sage, dann meine ich natürlich die Komfortzone. Ich denke dabei an das Zitat von Paul Coelho:

Es stimmt! Obwohl ich mir Fabulous installiert habe und mir jetzt eine exzessive Morgenroutine gebe, merke ich doch, dass es gut tut von den festgefahrenen Wegen abzuweichen. Für Kreativität ist das unerlässlich!

Um keine Routine aufkommen zu lassen, organisiere ich meine ToDos jetzt mit einer neuen Methode auf Trello. Ich kann die Aufgaben flexibel unter den Tagen verteilen und muss nicht beispielsweise jeden Dienstag Staubsaugen, sondern kann das an unterschiedlichen Tagen machen.

Trotzdem deprimiert es mich, wenn ich morgens aufwache und die Liste reicht bereits bis zum Mond und zurück. Aber ich sehe diese Liste eher als Richtlinie denn als Zwang an. Wie gesagt, kann ich jedes ToDo einfach per Drag & Drop auf einen anderen Tag schieben.

Es ist auch so, dass manche Wochen produktiver sind als andere. Wenn ich Spätschicht habe, schaffe ich weniger als wenn ich Frühschicht habe. Damit muss ich mich abfinden. Ich versuche trotzdem Abenteuer in mein Leben zu bringen und vor allem auch in den Routinen Abwechslung zu finden. Wenn man seinen täglichen Spaziergang mit Achtsamkeit bestreitet, kann man jeden Tag neue aufregende Dinge sehen. Beständig ist schließlich nur der Wandel.

Außerdem nehme ich mir jede Woche und jeden Monat ein kleines Abenteuer vor. Jedenfalls ist das der Plan! Ob ich trotzdem genug Zeit haben werde, mich in meiner Komfortzone zu erholen, muss ich noch herausfinden. Auch spaßige Aktivitäten verwandeln sich bei mir irgendwie immer in ToDos: So viele Bücher, die ich lesen, Podcasts, die ich hören, Videos, die ich sehen will.

Und dann möchte ich ja noch an meinen Sprachkenntnissen arbeiten, Gesangsunterricht nehmen und Gitarre spielen lernen. Und dann ist da ja auch noch Sport… Der Tag hat einfach zu wenig Stunden.

Wartung der Mensch-Maschine

Die seelische Gesundheit beschäftigt mich noch immer. Meine eigene in allererster Linie, aber auch die anderer Menschen. Vor allem interessiert sich mich aus theoretischer Perspektive. Heute las ich einen Artikel, in dem kritisiert wurde, dass Techniken wie Achtsamkeit, Meditation und Yoga letztlich auch nur dem Funktionieren des Subjekts in der Arbeitsgesellschaft dienen bzw. der Wartung der Mensch-Maschine, wie der Autor es formulierte.

Daran ist sicherlich vieles richtig. Auch ich bin keine Freundin dieser Techniken, wenn sie zum Selbstzweck werden. Fakt ist aber, dass seelische Gesundheit innerhalb der Arbeitsgesellschaft immer den Aspekt des Funktionierens beinhaltet. Der Mensch soll ermächtigt werden, sein Leben selbständig zu bewältigen und dazu gehört nun einmal auch den Lebensunterhalt zu bestreiten.