Gedankenmist auf hohem Niveau

Die Auseinandersetzung mit meinen Gedanken tut mir gut, trägt aber nicht dazu bei, das Chaos zu verkleinern. Ich springe zwischen zu vielen Themen hin und her, mache ständig neue Fässer auf und denke nichts zu Ende. Das ist für den Anfang okay, aber muss langfristig in irgendeine sinnvolle Form gegossen werden.

Ich habe alle Zeit der Welt und ich muss mich nicht stressen, ein fertiges Werk zu präsentieren. Das wird sicher ganz von allein entstehen, wenn ich nur die nötige Hingabe an den Tag lege und entsprechend Zeit investiere. Das Schreiben an sich fällt mir nicht schwer. Vielleicht brauche ich wirklich bloß mehr Zeit.

Wieder einmal habe ich große Pläne und ambitionierte Ziele, aber dieses Mal kommen sie mir ganz natürlich vor. Ich empfinde keinerlei Widerstand dagegen. Es ist, als würde der Fluss nun einmal dort lang fließen und ich müsste mich einfach nur treiben lassen, um mein Ziel zu erreichen.

Vielleicht ist es das, was die Leute meinen, wenn sie von Leichtigkeit sprechen. Bisher war mir das immer maximal unverständlich. Alles, was ich tat, stieß auf Widerstand. Inneren Widerstand, äußeren Widerstand, Hindernisse, Blockaden, es war immer ein Krampf. Jetzt kommt mir das alles irgendwie anders vor. Vielleicht muss ich nicht gegen den Strom anschwimmen. Nur schwierig, wenn man nicht sieht, wo der Fluss lang fließt.

Bisher war mein Leben eher wie Bergsteigen. Hoffen wir, dass es nun mehr wie Stand-Up Paddeling wird. Das Schreiben hat mich schon immer auf den richtigen Weg geführt und mir vor allem gezeigt, wo es gar nicht lang geht. Nun machen wir uns auf eine völlig neue Reise. Danke an alle, die dabei sind.

Mein Leben als Schnecke

Schnecke

Das Leben als Schnecke ist nicht immer leicht. Man kriecht so vor sich hin und möchte seine Ziele erreichen, aber es dauert einfach immer ewig. Noch schwieriger ist es natürlich, wenn man sich nicht entscheiden kann, welches Ziel man anpeilen soll. Dann kriecht man in die eine Richtung, ändert seine Meinung, kriecht in die andere Richtung und kommt doch niemals irgendwo an.

Das ist äußerst frustrierend, kann ich euch sagen!

Vor kurzem fand ich ein großartiges Zeugnis aus meiner Vergangenheit:

Diese Botschaft an mein Zukunfts-Ich habe ich vor etwa 15 Jahren geschrieben. Habe ich seitdem auch nur ein einziges Buch veröffentlicht? Nein. Habe ich wenigstens ein Buch geschrieben? Auch nicht.

Nun weiß ich nicht, wie ernst ich dieses Schriftstück nehmen soll. Ist es wirklich ein Ausdruck meiner Berufung? Habe ich mich von tausend anderen Möglichkeiten vom Weg abbringen lassen? Ist dies meine wahre Bestimmung?

Fakt ist, dass der Wunsch zu Schreiben sehr tief sitzt und ich de facto auch sehr viel schreibe. Es ist allerdings das rohste Rohmaterial, das man sich nur vorstellen kann. Wenn ein Buch ein Diamant ist, dann sind meine Morgenseiten Kohlestücken. Nun hoffe ich natürlich, dass es nicht Millionen von Jahren dauern wird, ehe ich ein Buch fertig stellen kann. Aber es fühlt sich tatsächlich so an.

Nichts spricht dagegen, mein erstes Buch mit 70 zu veröffentlichen. Man kann in jedem Alter Autorin werden. Das ist vielleicht ein Grund, warum ich dieses Projekt niemals wirklich als dringlich angesehen habe. Wenn ich aber zurückblicke auf mein 17-jähriges Ich macht es mich doch traurig bislang noch nichts erreicht zu haben.

Es hilft jedoch sich die Schnecke als persönliches Krafttier zu erwählen. Innerhalb des Universums sind wir so klein und unbedeutend, wie die Schnecke für uns und vielleicht ist es hilfreich, zu erkennen, dass alles immer unendlich lange dauert und es keinen Grund gibt sich zu hetzen.

Ich weiß nicht, ob ich Schnecke, meine Ziele jemals erreichen werde. Dazu habe ich zu viele konkurrierende Ziele. Ich verfolge mal dieses intensiver, mal jenes und baue mehrere Hochhäuser gleichzeitig. Klar, dass das dauert. Dafür habe ich am Ende vielleicht wirklich mehrere Wolkenkratzer gebaut, vielleicht wird aber auch keines davon zu meinen Lebzeiten fertig.

Von Thema zu Thema hüpfen

Vielleicht sollte ich mit diesem Blog eine ganz andere Richtung einschlagen, als ursprünglich geplant. Vorgenommen hatte ich mir, geistvolle Gedanken und bissige Kommentare von mir zu geben. Stattdessen erwische ich mich dabei, wie ich Plattitüden über meine Generation wiederhole.

Ich habe nichts besseres zu tun, als mich in die Klassifizierungsversuche einzureihen, um einer Ansammlung von Gleichaltrigen ein neues Label aufzukleben. Kein Wunder, dass ich mich zu Tode langweile. Sollte ich aber deswegen nur noch über Schreiben schreiben und meine Gedanken über die Welt zurückhalten?

Ich schreibe, schreibe und schreibe, aber nichts kann meinen inneren Kritiker überzeugen. Das zeigt mir, dass ich zu wenig geschrieben habe und noch nicht genug Distanz zwischen mir und meinen Texten liegt. Warum bin ich meinen Blogposts gegenüber nur so perfektionistisch eingestellt? Einen hatte ich, der gut war. Jetzt muss ich mich für immer daran messen?

Gedankenmist muss doch nicht preisverdächtig sein und trotzdem möchte ich, dass meine Texte stringent sind und innerlich schlüssig, was nicht dasselbe ist. Es nervt mich, dass ich von Thema zu Thema hüpfe und keine Argumentation zusammen kriege. Vielleicht fehlt mir ein Thema, ein roter Faden, eine Gliederung. Dann könnte ich die Leerstellen mit Leben füllen.

Sinnlosigkeiten aller Art

Also gut. Ich werde meine Blockade ignorieren und trotzdem schreiben. Ich werde sinnlose Sachen von mir geben und ich werde keinerlei Logik folgen. Ich werde über Bücherwürmer schreiben, über Holzkisten und Segelschiffe, die scheinbar in keinerlei Zusammenhang stehen. Ich werde Pfannenwender, Bratensaft und Klosteine miteinander verbinden und es ist mir egal, wenn daraus nur zusammenhangslose Klötzchen entstehen.

Um kreativ zu sein, muss ich scheinbar widersinnige Gedanken miteinander in Einklang bringen. Und es geht im Moment ausschließlich darum, möglichst kreativ zu sein und Sinnlosigkeiten aller Art zu produzieren. Daraus muss auch nichts neuartiges und niedagewesenes entstehen. Daraus muss überhaupt nichts entstehen, es kann ruhig in suppenartiger Konsistenz vor sich herschwappen.

Ja, ein paar Bilder vor dem geistigen Auge wären schön, doch wohin sollte man blicken, wenn der ganze Kopf voller Sorgen und Kummer ist? Es gelingt mir einfach nicht, mein missratenes Leben zu lieben und auch wenn ich mir noch so oft vornehme, nicht zu jammern, bin ich doch einfach zutiefst unzufrieden und möchte nicht akzeptieren, was doch eine Notwendigkeit zu sein scheint.

Ich hoffe sehr, dass in zwei Jahren alles besser sein wird und ich über diese hausgemachte Verzweiflung lachen kann. Momentan gelingt es mir aber nicht, die Brille der Notwendigkeit abzusetzen. Es gäbe Möglichkeiten. Es gäbe Auswege. Aber ich habe zu große Angst vom Regen in die Traufe zu kommen, denn die grundlegende Notwendigkeit bleibt bestehen und lässt sich nicht ausblenden.

Vor allem habe ich in den letzten Jahren sehr schlechte Erfahrungen mit weitreichenden Entscheidungen gemacht. Alles, für das ich mich entschieden habe, hat mein Leben letzten Endes nur schlechter gemacht, statt besser. Die momentane Situation kam anstrengungslos in mein Haus geflattert und vielleicht ist es eine Einladung des Universums einfach mal zuzugreifen, anstatt mich krampfhaft um eigene Lösungen bemühen zu müssen.

Und das tue ich. Ich nehme dankbar an, was in mein Leben tritt und gehe Verantwortung ein. Bald schon wird alles ganz anders sein und alles wird besser werden!

Neue Ziele

Seit einiger Zeit bin ich wieder aktiv auf Twitter. Ich habe meinen alten Account ausgegraben und angefangen aktiv zu posten. Es macht mir großen Spaß Kurzbeiträge zu verfassen. Aphorismen waren schon immer ein Steckenpferd von mir und Twitter scheint das geeignete Medium dafür zu sein.

Es könnte das geeignete Medium dafür sein, wenn es nicht mit so vielen Problemen daherkäme.

Zum ersten macht es einfach keinen Spaß zu twittern, wenn man nur eine geringe Reichweite hat, da man absolut kein Feedback bekommt. Zum zweiten versinken Beiträge sehr schnell in der Versenkung und nach einer Weile kann man sie nicht mal selbst noch abrufen. Dadurch bekommt man schnell das Gefühl, dass die eigenen Beiträge ungehört bleiben und man seine Zeit verschwendet. Wie viel Spaß macht es, wenn nur man selbst über seine Witze lacht?

Auch große Accounts scheinen dieses Problem zu haben und beklagen sich darüber, dass immer weniger Nutzer mit ihren Beiträgen interagieren. Wenn man aber weniger als 100 Follower hat, ist Twitter gähnende Leere. Man erreicht wohl mehr Menschen mit Graffiti auf einer Klotür.

Ich möchte mir auf Twitter zunächst mal eine Community aufbauen. Ich möchte mich mit anderen Usern austauschen, lustige Beiträge lesen und kreative Rückmeldungen auf meine Tweets bekommen. Freunde finden! Ich möchte üben, mich kurz und prägnant auszudrücken und Sachen auf den Punkt zu bringen.

Ich möchte mit meinen Beiträgen zum Nachdenken oder Lachen anregen, auch wenn mir das vielleicht noch nicht so gut gelingt. Übung macht den Meister, sagt man und das gilt wohl auch für Twitter.

Damit ich meine alten Tweets wenigstens als Inspiration für mein Schreiben verwenden kann, habe ich mein Tweet-Archiv zum Download angefordert. Das kann man einfach in den Einstellungen machen. Ich werde bei Gelegenheit alles durchgehen und in meine neue Notizapp übernehmen: Simplenote.

Simplenote hat den Vorteil, dass es Clients für alle Systeme hat, sogar Linux und die Synchronisation auf beliebig vielen Geräten kostenlos ist. Es ist eine schlanke Software und lädt sehr schnell. Den einzigen Nachteil sehe ich darin, dass man keine Bilder einfügen kann. Da ich diese Funktion aber eher selten nutze, ist das kein Problem.

Seit etwa 2 Wochen bin ich also nicht nur auf Twitter aktiv, sondern auch damit beschäftigt, mir ein Notizen-Archiv zu erstellen, mit Themen, Gedanken und Anregungen, über die ich vielleicht einmal mehr schreiben möchte. Das soll der Grundstein für meine Karriere werden.

Mein neues ultimatives Ziel besteht darin, eine Sitcom zu entwickeln. Dafür sammele ich unaufhörlich Material und arbeite nach wie vor an meinem Schreibkurs. Nachdem ich das Buch Handbuch Humor gelesen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören, überall um mich herum komische Figuren zu sehen. Wenn man den Dreh einmal heraus hat, ist es wirklich unmöglich Leute nicht als komisch anzusehen.

Ich habe mir außerdem 2 UdemyKurse über Comedy Writing geholt und bin mit dem ersten bereits durch. Jetzt geht es darum, mir Material zu erarbeiten und so versuche ich die Aufgaben meines Schreibkurses in einem komischen Licht zu sehen. So macht es mir mehr Spaß und den Lesern/Korrektoren hoffentlich auch.

Es ist so schön, ein Ziel zu haben, auch wenn es höher als der Mount Everest ist. Jedenfalls für mich.

Die Tücken der Überarbeitung

Wieder einmal bin ich damit beschäftigt, Worte aneinander zu reihen und sie kurz darauf wieder zu löschen. Ich möchte heute wirklich gerne etwas Gehaltvolles produzieren und ich mühe mich schon den ganzen Tag damit ab. Dann fand ich alte Texte, in denen so viel Stärke steckt, dass mir schon ein Bröckchen Ehrfurcht hochgekommen ist. Allerdings müssten sie überarbeitet werden und das überarbeiten ist wohl meine Stärke nicht.

Wenn man Schriftsteller danach unterscheidet, ob sie planen oder sich überraschen lassen, dann muss man Schriftsteller wohl auch danach unterscheiden, ob sie ihr Werk überarbeiten können oder nicht. Vielleicht trennt das die professionellen von den Möchtegernschriftstellern und vielleicht bin ich eben doch nur ein Amateur.

Ich kann nichts löschen. Ich möchte nichts verlieren, von dem, was ich produziert habe. Ich wähle meine Worte sorgsam und bin der Meinung, dass der kreative Erguss durch Überarbeiten getötet wird. Vielleicht brauche ich aber auch einfach nur bessere Strategien und Werkzeuge. Ich muss ja nichts löschen. Ich kann ursprüngliche Versionen aufheben und sie mit der Endversion vergleichen. Dann werden wir sehen, ob die Überarbeitung etwas bringt oder nicht.

Ich bin mit den Worten, die ich im ersten Moment wähle oft so glücklich, dass ich sie im Nachhinein nicht austauschen möchte. Ganze Absätze gefallen mir so gut, dass ich sie um jeden Preis behalten will. Sie sind doch meines Geistes Kinder. Wahrscheinlicher ist aber, dass von den vielen Sätzen, die ich produziere, nur wenige überleben sollten und diese muss ich sorgfältiger wählen.

Meine neue Schreibroutine 2020

Es geht voran mit mir und meinem Roman. Ich habe eine neue Routine eingeführt, mit deren Hilfe ich diese Woche schon fast 2500 Wörter geschrieben habe. Das macht mich stolz und wenn ich mir meinen Text durchlese, bin ich auch stolz. Er weicht zwar in etlichen Punkten von meinem Plan ab, aber er macht trotzdem Spaß und das ist doch die Hauptsache.

Ich möchte das Schreiben in diesem Jahr gern zur Hauptpriorität in meinem Leben machen. Morgens schreiben und Nachmittags/Abends planen und Ideen sammeln. Ich beackere auch weiterhin den Grundlagenkurs, mit dem ich hoffentlich bald durch bin. Dann werde ich ab Februar mit dem Aufbaukurs weitermachen. Ich habe mir gestern noch einmal die Inhalte angeschaut und möchte ihn auf jeden Fall absolvieren. Auch wenn ich nicht weiß, wo ich das zeitlich noch einschieben kann.

Es ist ja immer schwer, sich nicht mit Anderen zu vergleichen. Andere schreiben pro Tag 1700 Wörter, ich schaffe nur zwischen 200 und 700. Andere schreiben in einem Monat 40000 Wörter, ich schaffe gerade mal 6000. Andere gehen Abends aus, ins Konzert, üben Violine oder machen Sport. Ich sitze zu Hause und erhole mich von meinem Alltag. Ich schaffe es auch im Urlaub nicht 2-4 Stunden zu schreiben.

Aber ich habe entschieden, mich deswegen nicht verrückt zu machen. Ich konzentriere mich ganz auf mich selbst und wenn ich heute mehr schreibe als gestern, freue ich mich. Wenn nicht, ist es auch egal. Wieviel ich schreibe, ist eigentlich nicht wesentlich. Hauptsache ich tue es. Wenn ich pro Tag nur 200 Wörter schreibe, sind das doch pro Woche fast 1500 und damit pro Monat 6000.
Das sind ungefähr 25 Seiten. In einem Jahr hätte ich dann 300 Seiten. So lässt sich selbst mit dem absoluten Minimum etwas anfangen, wenn man es nur konsequent durchzieht.

Vielleicht sollte ich meinen monatlichen Rekord dokumentieren. Wenn ich meine Routine beibehalte, werde ich vielleicht nach und nach mehr schreiben. Zumindest erhoffe ich mir das. Jetzt schreibe ich noch wenig, aber bald schreibe ich schon viel mehr. Das hat bereits in dieser ersten Woche funktioniert. Zu Beginn schaffte ich keine 300 Wörter und in den letzten beiden Tagen waren es schon mehr als 700 pro Tag.

Jetzt habe ich auch facebook-Freunde, mit denen ich mich inhaltlich über meine Texte austauschen kann. So macht das Schreiben gleich doppelt Spaß und die Motivation steigt auch.