Wer soll nur diese Gedankensprünge verstehen?

Wie kommt es, dass ich während des Schreibens immer denke, das ist der letzte Rotz, was ich produziere. Während ich drin stecke, kann ich mich nicht fallen lassen, auch wenn ich mich fallen lasse, weil ich mich permanent kritisiere. Die Übergänge sind nicht klar, wer soll nur diese Gedankensprünge verstehen, das kann doch niemals jemand nachvollziehen.

Doch wenn ich den Text später lese, finde ich ihn gut. Je mehr Zeit dazwischen liegt, desto besser gefällt er mir. Nur im Moment der Erschaffung will ich mich verbessern, fühle ich mich unzulänglich, im Nachhinein passt er mir. Doch wie soll ich so jemals den Moment genießen können? Wie kann ich ein Künstler sein, der den Prozess nicht liebt, der nur die verpassten Gelegenheiten sieht. Den Ton, der nicht getroffen wurde, das Thema, dass nur angestrichen und nicht tiefgründig ausdiskutiert wurde.

Ich befinde mich in einem Gedankensturm. Ich bin froh, dass ich wieder mit dem Schreiben begonnen habe. Es gibt mir so viel und so verbringe ich den Tag damit mein Innerstes nach Außen zu kehren und zumindest einen kleinen Anteil dessen, was in mir steckt, heraus zu bringen.

Ein verkappter Künstler bin ich – und davon träume ich am Ende des Tages immer noch: Dass eines Tages irgendjemand das, was ich produziere, zu würdigen weiß und mir meinen rechtmäßigen Platz in der Gesellschaft zuweist. Ich fühle mich immer noch falsch. Nicht mehr so sehr falsch wie früher, aber doch noch lange nicht richtig.

Der Beitrag einer heldenhaften Ameise zur seelischen Gesundheit der Welt

Ich bin eine kleine Kreatur mit einer unbedeutenden Existenz. Eine Ameise unter vielen, die ums Überleben kämpfen. Klar kann ich behaupten, ich wäre ein Superbösewicht, doch ohne den neuen X-Men gesehen zu haben, fehlt mir da zur Zeit noch der zeitgenössische Bezug. Ich kann ruhig zugeben, dass ich meine Bio vom letzten X-Men abgekupfert habe. Weil ich die Idee alle Atombomben ins All zu schießen so schön fand. Auch wenn es der Film natürlich ganz anders gemeint hat.

Das ist das Konzept für diesen Blog: Momentaufnahmen meiner Gedanken liefern. Ein Beitrag zur Psychohygiene und seelischen Gesundheit. Wenn ich meine Gedanken nicht in Stein meißele, werden sie im Nichts aufgehen und das wäre doch schade. Ich denke schon, dass ich der Welt etwas wertvolles liefern kann, scheitere aber zur Zeit noch an meinen eigenen qualitativen Ansprüchen. Doch das wird besser werden.

Lange habe ich nicht geübt und bin jetzt wieder voll drin. Es wäre natürlich einfacher ein stringentes Werk zu präsentieren, wenn ich über ein festes Thema schreiben würde, an dem ich mich auslassen könnte. Die Lebensphase der Hausarbeiten ist aber vorbei und Journalistin bin ich schließlich auch nicht geworden. Was vielleicht ganz gut ist, da diese Branche immer noch am Sterben ist.

Und doch brauchen wir Menschen, die ihre Gedanken teilen. Sonst fühlen wir uns allein mit unseren Nöten in diesem massiv überbevölkerten Ameisenhaufen. Vielleicht wäre es für die seelische Gesundheit gut an einen Ort zu ziehen, der etwas mehr Raum für das Schweifen der Gedanken ließe. An einem Strand philosophiert es sich besser als in der überfüllten S-Bahn. Dort, wo Menschen aufeinanderprallen entstehen Konflikte und somit Stress.

Das beginnt schon bei einfachen Blicken, die Irritation erzeugen können. Schaut man hin, guckt man weg, sprich mich nicht an, ich fürchte mich und doch ist die seelische Not, die durch Einsamkeit erzeugt ist, heute größer denn je. Darum habe ich mein Sozialleben zur obersten Priorität gemacht. Für die seelische Gesundheit. Gemeinschaftsgefühl ist so wichtig. Babies, die keine Liebe bekommen, sterben – warum sollte das bei Erwachsenen anders sein?

Jeder ist selbst dafür verantwortlich. Niemand kann dir die Bürde abnehmen, deine zwischenmenschlichen Bindungen in den Griff zu bekommen und gewinnbringende Beziehungen zu führen. Schon die kleinste Freundlichkeit kann so einen Unterschied machen, sie kann aber auch totale Frustration sein, wenn das Gegenüber sie als selbstverständlich ansieht (um sich hinterher über die Schlechtigkeit der Menschen auszulassen).

Niemand schuldet dir etwas. Niemand wird für immer bei dir bleiben. Das sind Fakten, mit denen man sich abfinden muss und die auch eine Befreiung sein können. Wie und warum muss jede/r für sich selbst herausfinden.

Zwischenmenschliche Beziehungen als Kunst – Warum eigentlich nicht?

Babies, die keine Liebe bekommen, sterben. Das wurde vor Jahrhunderten in einem grausamen Experiment bewiesen. Wir Menschen sind soziale Tiere und wir brauchen die Anderen, um uns selbst zu erkennen und Ordnung in unsere Gedanken zu bringen. Es gibt sprachliche Standards, an die wir uns halten müssen, um unsere Innenwelt reflektieren zu können. Das muss in meinen Augen ästhetisch verstanden werden: Form und Inhalt sind untrennbar miteinander verknüpft.

Im Umgang mit unserem Innenleben sind wir demnach Künstler. Wir formen unsere Gedanken so, dass Andere dabei etwas empfinden und uns nachvollziehen können. Alltägliche Sprechakte sind anders als Texte oder Theater spontan und improvisiert und damit eine der höchsten Formen der Kunst. Mit dieser Kunst gestalten wir zwischenmenschliche Bindungen, ein Netzwerk, das unseren Platz in der Welt bestimmt.

Ein wirklich faszinierendes Thema, auf das ich da gestoßen bin und das sich in alle Richtungen ausbauen lässt. Tatsächlich ist der Aufbau von Freundschaften und losen Kontakten ein Handwerk, das sich erlernen lässt. Es gibt da so viele Ansätze, über die ich mich noch informieren muss. Gewaltfreie Kommunikation ist nur einer davon. Auch der Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten lässt sich erlernen. Vor allem wird er einfacher, je mehr man reflektiert, was unbedingt vom Grübeln abgegrenzt werden muss.

Vielleicht sollte ich doch noch einmal Psychologie studieren, denn der Ansatz das menschliche Miteinander als Kunst zu betrachten, gefällt mir außerordentlich. Klar müsste ich mich auch mit ästhetischen Konzepten auseinander setzen. Und den sozialen Institutionen, die uns formen, prägen und einschränken. Was ist eigentlich Kunst, ist die nächste Frage, die zu stellen ist und die ich heute noch nicht beantworten werde.

Ab wann etwas als Kunst gilt, ist eine Frage, die viel diskutiert wird. In diese unselige Debatte werde ich einsteigen müssen. Die Geister scheiden sich immer am Können, denn dies ist nur schwer messbar. Gerade in der Psychologie wird aber versucht alles zu messen, obwohl sich der Gegenstand Mensch dem oft widersetzt.

Kommunikation und den Aufbau und Erhalt zwischenmenschlicher Beziehungen als Kunst zu verstehen, würde dazu führen, diese als erlernbar anzusehen und könnte damit ein wertvoller Beitrag sein, die seelischen Nöte vieler Menschen zu lindern. Mein Experiment Sozialleben hat also eine neue Dimension bekommen und ist umso relevanter geworden. Ich freue mich, wenn viele Menschen ihre klugen Gedanken dazu mit mir teilen.

Hallo Welt: Ein Held wird erwachsen und bleibt der Nachwelt gedanklich erhalten

Nachdem ich es geschafft habe, meine alten Blogbeiträge zu zerstören, ist es nun an der Zeit für ein neues Blog an einem Ort, an dem ich nichts kaputt machen kann. Wenn man ein antiker Superbösewicht ist, kann es schon mal passieren, dass so ein Server das Zeitliche segnet. Es war ein tragischer Unfall, wenn auch schon zum zweiten Mal.

Ein Neuanfang ist daher das Mittel der Wahl. Ich trauere dem Verlust nicht hinterher. Es war zwar Großartiges dabei, aber auch viel Gedankenmüll und es ist vielleicht besser, wenn manche Erinnerungen dem Zahn der Zeit zum Opfer fallen. Da ich aber auch jemand bin, der gerne Archive anwachsen sieht, mache ich einfach weiter, als ob nichts geschehen wäre.

Der Neuanfang erstreckt sich nicht nur auf das Bloggen, sondern betrifft mein Leben im Allgemeinen, wenn ich so darüber nachdenke. Ich habe erstmals eine Vollzeitbeschäftigung aufgenommen und gehöre nun der Erwachsenenwelt an. Superhelden brauchen vielleicht länger um erwachsen zu werden, aber irgendwann ist es auch bei uns so weit.

Diese Worte möchte ich als „Hallo Welt“ in den Raum stellen und zukünftig vorbildlich jedes Wochenende von meinen Abenteuern berichten. Die meisten dieser Abenteuer werden nur in meinem Kopf stattfinden, aber wir wissen ja mittlerweile, dass sie deswegen nicht weniger real sind.

Mehr möchte ich zu diesem Zeitpunkt über meine besonderen Fähigkeiten nicht offenbaren. Die geneigte Leserschaft darf sich ihrer Fantasie bedienen und mit Spannung verfolgen, wie dieses Gedankenblog sich zukünftig entwickelt. Ich bin zwar ein Fan von Plänen und Plots werde mich aber hier von der Spontanität des Moments leiten lassen. Gedankenergüsse lassen sich nicht planen. Ob sie literarisch wertvoll sind, sollen Andere beurteilen.

Mir kommt es darauf an, mich um mein schriftstellerisches Talent zu kümmern und ihm ein paar weiße Seiten zur Verfügung zu stellen, mit denen es spielen kann. Wenn von 10 Texten einer gut ist oder auch nur Auszüge davon, wird mich das mit Dankbarkeit erfüllen und meinem Ehrgeiz vielleicht neue Gipfel bieten.

Ich träume davon, dass die Nachwelt meine Worte zu schätzen weiß, so wie ich die vielen Äußerungen früherer Autoren in mich aufgesogen habe. Ob eine Geschichte dabei herauskommt, ein Sachtext oder gar etwas Philosophisches, ist mir ganz egal. Die Grenzen sind ohnehin fließend.

Man hat mich überzeugt, dass man mit einem selbstreferentiellen Blog nicht berühmt werden kann. Ein Bedürfnis muss man erfüllen und eine Nische finden, in der man Mehrwert produzieren kann. Mehrwert habe ich aber nicht zu bieten. Schon allein deswegen nicht, weil ich mich weigere, meinem Geist Grenzen aufzuerlegen. Das ist vielleicht zu viel für einige, zu konfus für andere und zu langweilig für die allermeisten. Wir werden sehen.

Musical Monday – Ohrbooten

Im Musical Monday stelle ich immer montags eine Musikerin, einen Musiker oder eine Band vor, die mich berührt, bewegt oder sonstwie inspiriert hat.

Heute habe ich die Ohrbooten 🙂

Ich hatte sie ehrlich gesagt schon fast vergessen, bis ich neulich an eine Textzeile von ihnen erinnert wurde. Ich hab echt lange gebraucht, um sie der richtigen Band zuzuordnen, aber dann machte ich gleich einen kleinen Luftsprung vor Freude.

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Berufung Bloggen

Das Thema des dieswöchigen Webmaster Friday Bloggen als Beruf? gibt mir die Gelegenheit einige Überlegungen aus meinem letzten Artikel Arbeitskraft – mein größtes Vermögen? etwas klarer auszuformulieren. Ich möchte daher an den letzten Artikel anknüpfen und dabei die Frage des Webmaster Friday beantworten: Kann Bloggen ein Beruf sein?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir erst einmal heraus finden, was eine Tätigkeit zu einem Beruf macht.

Was ist ein Beruf?

Es gibt zwei Arten von Berufen. Die Eine hängt hauptsächlich von der erworbenen Qualifikation oder Ausbildung ab, während die Andere nur in Verbindung mit einer Anstellung oder einem Arbeitsplatz zustande kommt.

Wer eine Ausbildung zur KfZ-Mechanikerin gemacht hat, ist auch dann noch KfZ-Mechanikerin, wenn sie zwischenzeitlich arbeitlos, in Elternzeit oder anderweitig beschäftigt ist. Andere Berufe ergeben sich nur daraus, dass man eine entsprechende Anstellung findet, z. B. als Redakteurin oder Projektmanagerin. Und macht man sich selbständig, kann man sich auch gleich eine eigene Berufsbezeichnung ausdenken.

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