Mein Leben ist eine große Schicht Ignoranz und Weglaufen. Ich laufe vor allem weg und tue so, als könnte ich in lustigen Aktivitäten die Erfüllung finden. Dabei sorgt das nur dafür, dass mein Leben noch leerer wird.
Ich hätte diesen Stöpsel nicht ziehen dürfen. Darüber war eine rosarote Schicht und jetzt kommt nur klebriger schwarzer Teer hervor. Widerlich! Was an den Abgründen meiner Seele steckt.
Die Bucket-Liste und die vielen Projekte sind auch nur Beschäftigungstherapie und ich frage mich, ob der Sinn hinter dem Allem wirklich nur in Spaß-haben und das-Leben-genießen besteht. Irgendwie haben wir doch die Kapazität unsere kurzfristigen Bedürfnisse zurückzustellen und sie gegen langfristigere auszutauschen. Die Frage ist nur: Was ist die Mühe wert?
Oder ist das eine Falle, mit der man sich unglücklich macht?
Irgendwie dreht und dreht sich die scheiß Welt einfach immer weiter und ich weiß nicht, was das Leben wirklich lebenswert macht. Eigentlich heize ich nur dem nächsten Kick hinterher: Dopamin, Adrenalin, Endorphin, Oxytozin, Serotonin. Soll das alles sein?
Die Frage ist doch: Was sind sinnvolle Beschäftigungen? Und wer entscheidet das?
Dein Beitrag zur Welt, kleine Ameise
Die Idee des Dienens wird immer größer, aber welchen Beitrag kann ich wirklich leisten?
Einerseits kriege ich nichts auf die Reihe und andererseits habe ich nichts zu bieten.
2024 und ich krame dieses Blog wieder hervor. Ich muss etwas gegen die Überforderung tun und gegen die Diskrepanz zwischen Innen- und Außenleben, die einfach viel zu groß geworden ist. Freut euch also auf neue (und ältere) Auszüge aus meiner überaus reichen Gedankenwelt!
Zur Weihnacht schaue ich gern auf Twitter, gibt es doch dort sehr viel Glitter und Eindrücke von anderen Feiern, manch einer trinkt Likör mit Eiern, Geschenke werden wohl verteilt, Freude und Jubel macht sich breit.
In anderen Familien wird gestritten, so mancher lässt sich gar nicht bitten und kramt die ollen Kamellen raus, doch schmeißt man niemanden aus dem Haus. Alle muss man irgendwie ertragen, da platzt so manchem schon der Kragen.
Größtenteils wird gut gegessen, daran ist gar nichts vermessen, denn der schönste Feiertag ist nichts ohne dass man vermag, sich den Bauch gut vollzuschlagen, Liebe geht eben durch den Magen.
Immer wieder stelle ich mir die Frage „Wie kann ich mein Leben aufregender gestalten?“ und wenn ich aufregender sage, meine ich damit eigentlich abwechslungsreich. Das ist schließlich mein Motto für dieses Jahr: Abwechslung als Routine.
Wie ich das bisher umgesetzt habe, ist aber nicht so ganz ersichtlich. Anstatt kleine Abenteuer zu erleben, versuche ich eher neue Routinen zu entwickeln. Fabulous inspiriert mich dazu, mir neue regelmäßige Aktivitäten auf die Fahnen zu schreiben. Und tatsächlich mache ich definitiv mehr Sport beispielsweise als noch im letzten Jahr, auch wenn es nur ein Strecken und Recken oder andere kurze Dehnübungen zwischendurch sind.
Kleine Abenteuer gebe ich mir natürlich auch, aber seltener. Den einen Tag bin ich einfach mal so 3 Kilometer zum Flughafensee spaziert. An einem anderen Tag habe ich mit einer Freundin eine sehr spaßige lialo-Tour durch Berlin ausprobiert. Und ich möchte auch immer noch den Brecht-Spaziergang vom Berliner Ensemble testen.
Finden Sie auf diesem Blog also ab sofort die besten Freizeittipps von Miss Picky? Nein, natürlich nicht. Es geht hier eher um Veränderungen und mein persönliches Wachstum. Ich versuche mich mit meinem Erwachsenenleben anzufreunden, was echt nicht so leicht ist. Aber da wir nun mal viel Zeit miteinander verbringen, ist es besser Freundschaft zu knüpfen als sich feindselig gegenüber zu stehen.
Dabei hätte ich schon Lust Freizeittipps zu teilen. Ich recherchiere immer viel und bin stets offen für Aktivitäten in meiner Nähe. Für die Zeit nach Corona (oh ja, sie wird kommen!) habe ich mir vorgenommen über nebenan.de ein Picknick im Park zu organisieren. Darauf freue ich mich irrsinnig!
Ich freue mich auch darauf wieder auf Konzerte zu gehen, ins Schwimmbad möchte ich unbedingt, frühstücken gehen und nach Herzenslust Klamotten shoppen und natürlich die schönen neuen Klamotten ausführen. Dazu fehlt einem ja aktuell jede Gelegenheit. Man kann sich nur für die Kamera schön machen.
Manche von euch erinnern sich vielleicht noch an die Zeit, als man sich jeden Tag fürs Büro anziehen musste. Es ist verdammt lange her und ich fand es früher nicht immer schön. Aber im Sinne des Mottos „Abwechslung als Routine“ könnte ich mir das für eine Weile mal wieder vorstellen.
Home Office ist ja schön und gut, aber irgendwann reicht es auch. Ich wünsche mir eine flexiblere Art zu arbeiten, sodass Home Office und Präsenzphasen sich abwechseln. Die neuartige Spätschicht hat diese Woche ein bisschen für ein Gefühl der Neuheit gesorgt, aber auch das wird wohl bald zur Routine werden.
In diesem Sinne möchte ich mal ein paar Fragen in den Raum werfen. Vielleicht habt ihr ja Lust eure Erfahrungen mit mir zu teilen:
Man sollte meinen, dass es einfach ist, ein autobiografisches Werk zu verfassen. Schließlich hat man alle nötigen Informationen in seinem Kopf und muss sich nichts aus den Fingern saugen. Dennoch ist das Gegenteil der Fall, wie ich feststellen musste.
Es gibt so viele Erinnerungen, an die man gar nicht denken will und wenn man sich an die schönen Zeiten erinnert, füllt man sich mit einer ungewollten Bitterkeit. Ja, meine Kindheit war schön, schöner als mein Leben jetzt und auch wenn ich mir einzelne Elemente zurück in meinen Alltag holen kann, wird es doch nie wieder so sein, wie es einmal war.
Dabei ist es gar nicht mein Ziel mich zurück zu entwickeln und wieder ein Säugling zu werden. Ich mag es erwachsen zu sein und selbst über meinen Tag entscheiden zu können. Niemanden zu haben, der mir Vorschriften macht, hat schließlich auch Vorteile. Nur leider ist es nicht so, dass mir niemand Vorschriften macht. Bestimmte Dinge werden von mir erwartet und dabei blicke ich nicht nur zu meinem Job.
Ich lese gerade Ich bin raus: Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung und so vieles, was der Autor beschreibt, ist mir so auch schon aufgefallen. Das Praktikum während der Schulzeit war ein Alptraum für mich und ich wollte nie niemals so einer Arbeit nachgehen.
Nun kann man es sich aber leider nicht immer aussuchen. Oder angeblich kann man das schon und das ist ja das, was mich am meisten ankotzt: Diese Ideologie, dass man seines eigenen Glückes Schmied ist.
If you don’t like your life, then you should go and change it.
Ich liebe dieses Lied wirklich, weil es so ein Gute-Laune-Macher ist und ich freue mich wirklich aufrichtig für den Erzähler, dass er es geschafft hat und tun kann, was er liebt. Aber ich sehe nicht, wie ich das für mich umsetzen kann. Ich bilde mir ein, dass das was ich liebe, mir nicht die nötigen Moneten ins Haus bringt und auch wenn das bestimmt ein limitierender Glaubenssatz ist (auch so ein Grundsatz dieser Ideologie), so hat er doch reale Konsequenzen.
Das Hauptproblem besteht darin, dass ich mich weigere für irgendetwas Experte zu werden. Es gäbe tausend Wege mich zu spezialisieren, aber ich will lieber Generalist sein und mich für viele Dinge interessieren. Ich bin ein Hansdampf in allen Gassen und eine Amateurin. Ich habe noch so viel vor mir, kann noch so vieles lernen und vielleicht wird ja bei irgendeiner dieser Sachen irgendwann ein kleines Nebeneinkommen rausspringen, auf dem ich aufbauen kann.
An diesen Hoffnungsschimmer klammere ich mich. Es kann ja immer alles anders werden und manchmal muss man sich dafür gar nicht anstrengen. So wie diese Pandemie in unser Leben getreten ist und alles umgekrempelt hat, kann es auch mit anderen Dingen sein, wobei ich natürlich nicht auf Schicksalsschläge hoffe, sondern auf positive Veränderungen. Die können von mir aus gehen, müssen es aber nicht.
Wie viel Sicherheit verträgt der Mensch? Und wenn ich Sicherheit sage, dann meine ich natürlich die Komfortzone. Ich denke dabei an das Zitat von Paul Coelho:
Es stimmt! Obwohl ich mir Fabulous installiert habe und mir jetzt eine exzessive Morgenroutine gebe, merke ich doch, dass es gut tut von den festgefahrenen Wegen abzuweichen. Für Kreativität ist das unerlässlich!
Um keine Routine aufkommen zu lassen, organisiere ich meine ToDos jetzt mit einer neuen Methode auf Trello. Ich kann die Aufgaben flexibel unter den Tagen verteilen und muss nicht beispielsweise jeden Dienstag Staubsaugen, sondern kann das an unterschiedlichen Tagen machen.
Trotzdem deprimiert es mich, wenn ich morgens aufwache und die Liste reicht bereits bis zum Mond und zurück. Aber ich sehe diese Liste eher als Richtlinie denn als Zwang an. Wie gesagt, kann ich jedes ToDo einfach per Drag & Drop auf einen anderen Tag schieben.
Es ist auch so, dass manche Wochen produktiver sind als andere. Wenn ich Spätschicht habe, schaffe ich weniger als wenn ich Frühschicht habe. Damit muss ich mich abfinden. Ich versuche trotzdem Abenteuer in mein Leben zu bringen und vor allem auch in den Routinen Abwechslung zu finden. Wenn man seinen täglichen Spaziergang mit Achtsamkeit bestreitet, kann man jeden Tag neue aufregende Dinge sehen. Beständig ist schließlich nur der Wandel.
Außerdem nehme ich mir jede Woche und jeden Monat ein kleines Abenteuer vor. Jedenfalls ist das der Plan! Ob ich trotzdem genug Zeit haben werde, mich in meiner Komfortzone zu erholen, muss ich noch herausfinden. Auch spaßige Aktivitäten verwandeln sich bei mir irgendwie immer in ToDos: So viele Bücher, die ich lesen, Podcasts, die ich hören, Videos, die ich sehen will.
Und dann möchte ich ja noch an meinen Sprachkenntnissen arbeiten, Gesangsunterricht nehmen und Gitarre spielen lernen. Und dann ist da ja auch noch Sport… Der Tag hat einfach zu wenig Stunden.
Das Leben als Schnecke ist nicht immer leicht. Man kriecht so vor sich hin und möchte seine Ziele erreichen, aber es dauert einfach immer ewig. Noch schwieriger ist es natürlich, wenn man sich nicht entscheiden kann, welches Ziel man anpeilen soll. Dann kriecht man in die eine Richtung, ändert seine Meinung, kriecht in die andere Richtung und kommt doch niemals irgendwo an.
Das ist äußerst frustrierend, kann ich euch sagen!
Vor kurzem fand ich ein großartiges Zeugnis aus meiner Vergangenheit:
Diese Botschaft an mein Zukunfts-Ich habe ich vor etwa 15 Jahren geschrieben. Habe ich seitdem auch nur ein einziges Buch veröffentlicht? Nein. Habe ich wenigstens ein Buch geschrieben? Auch nicht.
Nun weiß ich nicht, wie ernst ich dieses Schriftstück nehmen soll. Ist es wirklich ein Ausdruck meiner Berufung? Habe ich mich von tausend anderen Möglichkeiten vom Weg abbringen lassen? Ist dies meine wahre Bestimmung?
Fakt ist, dass der Wunsch zu Schreiben sehr tief sitzt und ich de facto auch sehr viel schreibe. Es ist allerdings das rohste Rohmaterial, das man sich nur vorstellen kann. Wenn ein Buch ein Diamant ist, dann sind meine Morgenseiten Kohlestücken. Nun hoffe ich natürlich, dass es nicht Millionen von Jahren dauern wird, ehe ich ein Buch fertig stellen kann. Aber es fühlt sich tatsächlich so an.
Nichts spricht dagegen, mein erstes Buch mit 70 zu veröffentlichen. Man kann in jedem Alter Autorin werden. Das ist vielleicht ein Grund, warum ich dieses Projekt niemals wirklich als dringlich angesehen habe. Wenn ich aber zurückblicke auf mein 17-jähriges Ich macht es mich doch traurig bislang noch nichts erreicht zu haben.
Es hilft jedoch sich die Schnecke als persönliches Krafttier zu erwählen. Innerhalb des Universums sind wir so klein und unbedeutend, wie die Schnecke für uns und vielleicht ist es hilfreich, zu erkennen, dass alles immer unendlich lange dauert und es keinen Grund gibt sich zu hetzen.
Ich weiß nicht, ob ich Schnecke, meine Ziele jemals erreichen werde. Dazu habe ich zu viele konkurrierende Ziele. Ich verfolge mal dieses intensiver, mal jenes und baue mehrere Hochhäuser gleichzeitig. Klar, dass das dauert. Dafür habe ich am Ende vielleicht wirklich mehrere Wolkenkratzer gebaut, vielleicht wird aber auch keines davon zu meinen Lebzeiten fertig.