Unvollständige unfertige unsichere Philosophin

Ich sehe mich immer noch als Philosophin. Oder vielleicht auch wieder. Denn ohne Philosophie geht es irgendwie nicht. Die seltenen Momente, in denen ich geeignete Gesprächspartner finde, geben mir einfach alles. Und so sehe ich, dass ich meinem Schicksal nicht entkommen kann.

In irgendeiner Form muss ich das, was in mir steckt, kanalisieren. Und die Form ist wirklich das jenige, was mir am meisten Probleme bereitet. Wo fange ich an? Wo höre ich auf? Dinge haben Grenzen und so ist das auch mit Texten. Oder wird es am Ende doch ein Podcast?

Ich hasse ja Podcasts. Meiner Ansicht nach sind sie zu 90% dummes Gelaber. Und ich mag mir das nicht anhören. Wie unfassbar arrogant kann man bitte sein? Dabei habe ich auch schon gute Podcasts gehört und es gibt gar keinen Grund so einen allgemeinen Hass auf dieses Medium zu haben.

Ich werde ab sofort versuchen, hier wieder täglich zu schreiben. Fragmente, Fetzen, Unfertiges. Für die große Kunst – haha – habe ich einen anderen Ort. Es tut weh, sich so unfähig zu fühlen. Aber vielleicht ist diese Art von Demut genau die richtige Einstellung.

Sollte ich jemals einen Podcast starten, so wird im Titel auf jeden Fall das Wort Nichtwissen vorkommen.

Vielleicht würde mir eine – wie auch immer geartete – Lehrtätigkeit wirklich helfen, Struktur in das ganze Chaos zu bringen. Ich hätte dann einen Grund, eine Motivation und vielleicht sogar Leserinnen für meine Texte/Werke.

Gedankenmist auf hohem Niveau

Die Auseinandersetzung mit meinen Gedanken tut mir gut, trägt aber nicht dazu bei, das Chaos zu verkleinern. Ich springe zwischen zu vielen Themen hin und her, mache ständig neue Fässer auf und denke nichts zu Ende. Das ist für den Anfang okay, aber muss langfristig in irgendeine sinnvolle Form gegossen werden.

Ich habe alle Zeit der Welt und ich muss mich nicht stressen, ein fertiges Werk zu präsentieren. Das wird sicher ganz von allein entstehen, wenn ich nur die nötige Hingabe an den Tag lege und entsprechend Zeit investiere. Das Schreiben an sich fällt mir nicht schwer. Vielleicht brauche ich wirklich bloß mehr Zeit.

Wieder einmal habe ich große Pläne und ambitionierte Ziele, aber dieses Mal kommen sie mir ganz natürlich vor. Ich empfinde keinerlei Widerstand dagegen. Es ist, als würde der Fluss nun einmal dort lang fließen und ich müsste mich einfach nur treiben lassen, um mein Ziel zu erreichen.

Vielleicht ist es das, was die Leute meinen, wenn sie von Leichtigkeit sprechen. Bisher war mir das immer maximal unverständlich. Alles, was ich tat, stieß auf Widerstand. Inneren Widerstand, äußeren Widerstand, Hindernisse, Blockaden, es war immer ein Krampf. Jetzt kommt mir das alles irgendwie anders vor. Vielleicht muss ich nicht gegen den Strom anschwimmen. Nur schwierig, wenn man nicht sieht, wo der Fluss lang fließt.

Bisher war mein Leben eher wie Bergsteigen. Hoffen wir, dass es nun mehr wie Stand-Up Paddeling wird. Das Schreiben hat mich schon immer auf den richtigen Weg geführt und mir vor allem gezeigt, wo es gar nicht lang geht. Nun machen wir uns auf eine völlig neue Reise. Danke an alle, die dabei sind.

Entschuldigung, mein Hirn ist explodiert

Und die schöne weiße Wand ist eingesaut. Aber egal!

Ich freue mich auf mein neues hirnloses Leben! Ist es nicht das, was wir alle wollen? Nehmt uns die Verantwortung, nehmt uns das Leiden, nehmt uns die Fragen, nehmt uns den Stress.

Lasst uns schlafen. Lasst uns arbeiten. Lasst uns tun, was wir tun müssen/sollen/wollen ohne diese belastende Content-Maschine, die ständig nörgelt, alles in Frage stellt, so unfassbar ängstlich ist und immerzu kritisiert.

Das einzige Organ, was ich spenden möchte, ist mein Gehirn. Das bitte als Postkarte! Danke.

Mehr Aktivitäten als Zeit vorhanden

Ein Grundproblem meiner Existenz? Eine Falle der hedonistischen Tretmühle?

Die Überforderung ist so real wie meine Erschöpfung. Und doch kenne ich es schon gar nicht mehr anders. Angeblich haben alle Menschen gleich viel Zeit. Jeder Tag geht 24 Stunden.

Angeblich ist Zeit aber auch relativ. Und auf dem Mars sind die Tage länger. Inwiefern das den überforderten Menschen weiterhilft, hat mir zumindest noch niemand gesagt.

Es wird auch gleich wieder jemand um die Ecke kommen und mir das Recht absprechen, überfordert zu sein. Ich hätte ja so viel Zeit, sagte man mir. Darf man als Single, Mitte 30, in der Großstadt also nicht überfordert sein?

Was, wenn die Überforderung meine Zeit frisst? Was, wenn du mir die Zeit raubst?