Meinungsäußerung als psychische Erleichterung

Es tut gut, einmal so richtig viel Bullshit abzulassen und ohne Selbstzensur die Gedanken loszuwerden, egal, ob sie zusammenhangslos sind, egal, ob man Argumente hat. Es dient alles nur der psychischen Erleichterung. So viele Gedanken werden tagtäglich produziert und nur selten findet man einen interessanten. Es ist alles so bedeutungslos geworden. Was im Überfluss vorhanden ist, wird entwertet und niemand mag es mehr hören.

Früher war es vielleicht etwas Besonderes, wenn jemand es wagte, seine Meinung zu äußern, aber heute? Heute gehe ich einfach unter im Strom des Geblubbers oder werde davon geschwemmt wie eine tote Ratte. Wenn man möchte, findet man genug Leute, die zu streiten bereit sind. Aber möchte ich das? Möchte ich mein Leben mit Streitereien verbringen?

Bringt es wirklich die erhoffte psychische Erleichterung, seine Gedanken in die Welt zu schicken? Hoffen wir nicht viel mehr, dass sich jemand findet, der mit ihnen etwas anzufangen weiß? Ein Gleichgesinnter. Jemand mit ähnlichen Interessen und Ansichten, der uns bestärkt in dem, was wir für richtig halten. Stattdessen finden wir nur Widerspruch und steigen ein in die Debatte.

Sind wir eine Generation des Streits? Oder sind das immer nur die Anderen, die sich mit uns anlegen wollen? Die Trolle, die Hater, die Leute, die nichts zu tun haben. Schuld sind bekanntlich immer die Anderen und es lohnt nicht sich an die eigene Nase zu fassen.

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